Aktuelles
17.08.2026
Russell T Davies spricht über seine neue Serie »Tip Toe«, wachsende Homophobie, Online-Hass und die Schattenseiten queerer Sichtbarkeit – und erklärt, warum gesellschaftlicher Fortschritt niemals selbstverständlich ist.
10.08.2026
Bella Ramsey und Neil Patrick Harris sprechen über Dreharbeiten wie im Ferienlager, die Vorbereitung auf ihre Rollen und warum Musik, Vertrauen und echte Emotionen den Film so besonders machen.
06.08.2026
Jutta Brückner hat als Autorin und Regisseurin den feministischen Zweig des Neuen Deutschen Films maßgeblich geprägt. Jetzt kommt eine neue Arbeit von ihr ins Kino. Claudia Lenssen blickt zurück.
31.07.2026
Welcher ist besser? »Terminator« oder »T2«? Ab 4. und 27. August im Direktvergleich auf der großen Leinwand.





Ella & John die ewige Liebe
Regisseur Paolo Virzi hat einen gewagten Spagat versucht, aber mit Helen Mirren (Ella) und Donald Sutherland (John) kann eigentlich nichts schief gehen. Er hat Alzheimer, sie einen Tumor und dennoch machen sie einen letzten gemeinsamen Trip mit ihrem Wohnmobil (Originaltitel: Freizeit Sucher) entlang der Ostküste bis Florida. Sie wandeln auf den Spuren von Ernest Hemingway und geleiten den Plot sicher an der Schmonzette vorbei in Richtung bittersüße Oldie Romanze.
Er ist mit seiner Demenz für die amüsanten Szenen zuständig, sie unterdrückt ihre Schmerzen, nimmt Pillen und sagt, wo’s lang geht. Beide machen das meisterlich. Egal ob sie einen Überfall verhindern oder John sich verläuft. Abends testet sie sein Erinnerungsvermögen mit Dias aus den Anfängen ihrer Ehe. Mal erkennt er jemanden mal nicht. Das kann ihm auch bei seinen Kindern passieren. Selbst als er ihr seinen Jahrzehnte zurückliegenden Seitensprung beichtet und sie ihn wutschnaubend in einem Heim abstellt, finden sie doch wieder zu einander, nachdem ihr Zorn verraucht ist. Sie versuchen es sogar mit ganz vorsichtigem Sex. Doch der Tod hat bei Ella schon an die Tür geklopft und John kommt allein nicht zurecht. So findet Ella eine Möglichkeit, die für beide eine Lösung zu sein scheint. Das wird ohne große Emotionen und doch nicht ohne Eindruck dargestellt. Der lyrische deutsche Titel stellt den des Originals etwas in den Schatten. Zumal der deutsche Synchronsprecher das Wort ‘Leisure‘, wenn nötig in verschiedenen Variationen anbietet. Aber sonst ist alles top.