Aktuelles
25.02.2026
Ein starkes Generation-Jahrgang: Von der brasilianischen Zeitreise-Doku »The Fabulous Time Machine« über das berührende rumänische Roadmovie »Atlas of the Universe« bis zu empowernden Geschichten wie »Gugu's World« und »Ghost School«.
25.02.2026
»Staatsschutz« und »Traces« – Zwei politische Film gewinnen die diesjährigen Panorama-Publikumspreise.
22.02.2026
»Gelbe Briefe« von İlker Çatak ist der erste deutsche Film seit 2004, der den Hauptpreis der Berlinale gewinnen konnte, Sandra Hüller erhielt einen Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin.
22.02.2026
Die Bären sind vergeben und das Festival klingt mit dem entspannten Berlinaletag aus. Ein Menge Fragen lässt der 76. Jahrgang dennoch zurück. Zum Beispiel nach einer bedeutsamen Belanglosigkeit.



Ella & John die ewige Liebe
Regisseur Paolo Virzi hat einen gewagten Spagat versucht, aber mit Helen Mirren (Ella) und Donald Sutherland (John) kann eigentlich nichts schief gehen. Er hat Alzheimer, sie einen Tumor und dennoch machen sie einen letzten gemeinsamen Trip mit ihrem Wohnmobil (Originaltitel: Freizeit Sucher) entlang der Ostküste bis Florida. Sie wandeln auf den Spuren von Ernest Hemingway und geleiten den Plot sicher an der Schmonzette vorbei in Richtung bittersüße Oldie Romanze.
Er ist mit seiner Demenz für die amüsanten Szenen zuständig, sie unterdrückt ihre Schmerzen, nimmt Pillen und sagt, wo’s lang geht. Beide machen das meisterlich. Egal ob sie einen Überfall verhindern oder John sich verläuft. Abends testet sie sein Erinnerungsvermögen mit Dias aus den Anfängen ihrer Ehe. Mal erkennt er jemanden mal nicht. Das kann ihm auch bei seinen Kindern passieren. Selbst als er ihr seinen Jahrzehnte zurückliegenden Seitensprung beichtet und sie ihn wutschnaubend in einem Heim abstellt, finden sie doch wieder zu einander, nachdem ihr Zorn verraucht ist. Sie versuchen es sogar mit ganz vorsichtigem Sex. Doch der Tod hat bei Ella schon an die Tür geklopft und John kommt allein nicht zurecht. So findet Ella eine Möglichkeit, die für beide eine Lösung zu sein scheint. Das wird ohne große Emotionen und doch nicht ohne Eindruck dargestellt. Der lyrische deutsche Titel stellt den des Originals etwas in den Schatten. Zumal der deutsche Synchronsprecher das Wort ‘Leisure‘, wenn nötig in verschiedenen Variationen anbietet. Aber sonst ist alles top.