DVD-Tipp: »Phil Tippett – Meister der fantastischen Kreaturen«

»Phil Tippett – Meister der fantastischen Kreaturen« (2019). © EuroVideo Medien

»Phil Tippett – Meister der fantastischen Kreaturen« (2019). © EuroVideo Medien

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»Ich fühle mich wie ausgestorben«, war die erste Reaktion von Phil Tippett, als er erfuhr, dass bei Steven Spielbergs »Jurassic Park« die Effekte aus dem Computer kommen sollten. Die digitale Revolution hatte das Filmgeschäft erreicht, war damit die Kunst der Stop-Motion-Animation erledigt? Bei dieser Technik werden die Bewegungen der (Miniatur-)Figuren per Einzelbildschaltung aufgenommen, um dann per Rückprojektion in den Film eingefügt und – bei Realfilmen – mit den menschlichen Darstellern zusammengebracht zu werden. Dieses aufwendige Verfahren, das in jüngerer Zeit in Animationsfilmen von Tim Burton (»Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche«) und Nick Park (»Wallace & Gromit«) zur Anwendung kam, war früher üblich, wenn es um die Darstellung fantastischer Kreaturen ging, sein erster Meister war Willis O'Brien, der damit 1933 den Riesenaffen King Kong zum Leben erweckte, sein zweiter Ray Harryhausen, der damit seit den fünfziger Jahren Spielfilme wie »Sindbads siebte Reise« schuf. In ihrer Tradition steht Phil Tippett, der mit seinen Kollegen für die Arbeit am zweiten »Star Wars«-Film »Die Rückkehr der Jedi-Ritter« mit einem Spezial-Oscar ausgezeichnet wurde.

Mit ihrer Dokumentation knüpfen Alexandre Poncet und Gilles Penso direkt an ihr Por­trät von Ray Harryhausen (»Ray Harryhausen: Special Effects Titan«; 2011) an, das es leider nie nach Deutschland geschafft hat. Sowohl Harryhausen als auch Tippett haben die Stop-Motion-Technik weiter perfektioniert, bei Tippett ist besonders bemerkenswert, wie er sie schließlich mit der digitalen Technik verknüpft hat, denn »Jurassic Park« markierte zum Glück nicht das Ende der Stop-Motion-Technik, die Tippett später auch für die Käfer in Paul Verhoevens »Starship Troopers« anwenden konnte. Wie genau das Digitale diese Technik verändert hat, darüber hätte ich gern Detaillierteres erfahren, als zugeneigte Doku über einen der Großen seines Fachs aber überzeugt der Film.

 

Phil Tippett: Mad Dreams And Monsters. Frankreich 2019 R: Alexandre Poncet & Gilles Penso. L: 80 Min. Anbieter: EuroVideo.

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