Michal Dymek

Kammeramann/frau von:

Nachdem Jan Komasa im letzten Jahr mit „The Change“ versuchte, ein amerikanischer Regisseur zu werden, stellt er sich nun erheblich überzeugender als ein englischer vor. In seinem Kammerspiel entführt ein sittenstrenger Familienvater einen jungen, zügellosen Rowdy mit der Absicht, ihn umzuerziehen. Die Satire über bizarre Wahlverwandtschaften ist fesselnd besetzt, ziemlich nasty und steckt voller verstörender Wendungen.
Zwei ungleiche Cousins unternehmen eine »Jewish Heritage Tour«, die sie zu ihren familiären Wurzeln in Polen führen und nach langer Funkstille wieder enger zusammenschweißen soll. Mit wunderbar leichter Hand inszeniert Jesse Eisenberg, der neben Kieran Culkin die Hauptrolle spielt, einen Parcours vielfacher Identitätssuchen, bei dem der Holocaust mehr als nur den historischen Hintergrund bildet. Eine Tragikomödie, die behände den Tonfall wechselt, aber stets den richtigen trifft.
Nach dem Ersten Weltkrieg spielendes dänisches Sozialdrama mit Vic Carmen Sonne und Trine Dyrholm um eine Fabrikarbeiterin, die an eine Serienmörderin gerät. Beeindruckend gespielt und souverän in ausdrucksstarkem Schwarzweiß fotografiert.