Frank Schnelle

Filmkritiken von Frank Schnelle

Im zweiten von wahrscheinlich fünf Teilen des »Harry Potter«-Spin-offs greift der von Johnny Depp mit angenehm stoischer Härte gespielte Grindelwald nach der Macht. Newt Scamander (Eddie Redmayne) und seine Mitstreiter aus dem ersten Teil reisen nach Paris, um den Kampf gegen das Böse aufzunehmen. Bild- und soundgewaltiges Spektakel für Genrefans, das düsterer und komplexer daherkommt als sein Vorgänger
Die Arbeiter einer Aufzugfabrik am Rande von Lissabon stemmen sich gegen die Abwicklung ihres Betriebs. »A fábrica de nada« ist ein wahres Ungetüm von einem Film: 177 sperrige Minuten voller Diskurs und Diskussion, voller Pathos und Politik, wobei nach und nach ein vielschichtiges Bild der Auswirkungen von Globalisierung und Strukturwandel gezeichnet wird
Derbe Puppenkomödie von Brian Henson: Ein hart gesottener Puppendetektiv wird als Serienmörder verdächtigt und muss sich mit seiner Ex-Partnerin (Melissa McCarthy) ­herumschlagen. Vulgär, gewalttätig, altmodisch – und definitiv nichts für Kinder
Beklemmende Rekonstruktion der Hetzjagd, die der Norweger Anders Behring Breivik im Jahr 2011 auf die Teilnehmer eines Feriencamps machte. Ungeschnitten und in strenger Einheit von Ort und Zeit, lässt Regisseur Erik Poppe das Geschehen ablaufen wie einen Horrorfilm: aus der Sicht einer jungen »Heldin«, die mit aller Macht ums eigene Überleben kämpft. Einige rätselhafte Inszenierungsentscheidungen laufen dem seriösen Anspruch von »Utøya 22. Juli« zuwider
Spike Lee verarbeitet die wahre Geschichte des afroamerikanischen Cops Ron Stallworth, der 1978 die Frechheit besaß, den Ku Klux Klan zu infiltrieren, zu einer filmischen Wundertüte. Komik und Seriosität, Satire und Hommage, Nüchternheit und Groteske verbinden sich zu einem cleveren und kraftvollen Statement zum Thema Rassismus: »BlacKkKlansman«
Zwei reiche Teenage-Girls liefern sich ein raffiniertes Psychoduell und verbünden sich schließlich, um einen Mord zu begehen. »Vollblüter« ist ein sehr ansehnlicher Indie-Thriller von Regiedebütant Cory Finley, allerdings mit Drehbuchschwächen
Berührender Dokumentarfilm über einen Jungen aus dem Gaza-Streifen, der wegen einer Autoimmunkrankheit in einem israelischen Krankenhaus aufwächst. Die unaufgeregte Langzeitstudie »Muhi« erzählt en passant auch von den absurden politischen Bedingungen in der Region
Komödie über die Produktion des Kultfilms »The Room«, der unter Cineasten als schlechtester Film aller Zeiten gilt und bei vielen gerade deshalb kultische Verehrung genießt. James Franco macht daraus – als Regisseur und Hauptdarsteller – ein mittelprächtiges Vergnügen, das jenseits der Groteske leider kein Interesse an den Figuren aufbringt: »The Disaster Artist«
In naher Zukunft findet die Wissenschaft einen Weg, Menschen zu schrumpfen. Der von Matt Damon gespielte Held von »Downsizing« beschließt, die Verwandlung an sich vornehmen zu lassen. Streckenweise brillant inszenierte Satire, die sich gar nicht wie Science-Fiction anfühlt
Ein Versicherungsmakler soll in seinem Pendlerzug eine unbekannte Person ausfindig machen, ansonsten stirbt seine Familie. »The Commuter« ist ein aufwendiger Konzeptthriller von Jaume Collet-Serra mit Liam Neeson als widerwilliger Actionheld

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