Kritik zu Leica – Ein Jahrhundert in Bildern
Rund um den 100. Geburtstag der legendären Kleinbildkamera: ein Dokumentarfilm von Reiner Holzemer.
Für viele Fotografen liegt sie einfach gut in der Hand, andere loben die Qualität der Objektive oder die Geräuschlosigkeit des Verschlusses. Im Jahr 1925 stellte die Firma Ernst Leitz in Wetzlar die Leica als erste in Serie gefertigte Kleinbildkamera der Welt vor. Der Leiter der Entwicklungsabteilung der Firma, Oskar Barnack, hatte die geniale Idee, den 35-mm-Kinofilm (der senkrecht durch Kamera und Projektor läuft) quer zu legen und dadurch die Auflösung zu verbessern. 1914 hatte er schon die »Ur-Leica« gebaut, und die kleine, kompakte Leica war eine Revolution in der professionellen Fotografie. Viele ikonische Fotos sind mit ihr entstanden: der sterbende Bürgerkriegskämpfer von Robert Capa, das heroische Che-Guevara-Foto von Alberto Korda oder der Sprung über die Pfütze »Hinter dem Gare Saint-Lazare« von Henri Cartier-Bresson, um nur einige zu nennen, die Rainer Holzemer in seiner Doku kurz zeigt.
Diese entfernt sich immer mehr von der Geschichte und entgeht somit auch der Gefahr, wie ein Werbefilm für die Leica Camera AG auszusehen – obwohl viele der Gesprächspartner Markenbotschafter der Firma sind. Holzemer, dessen Doku Lars Eidinger – Sein oder nicht sein vor vier Jahren in den Kinos lief, hat mit Fotografinnen und Fotografen gesprochen, die heute mit einer Leica Bilder machen. Jetzt natürlich mit einer digitalen, obwohl Leica mit der M6 seit ein paar Jahren eine analoge Kamera wieder aufgelegt hat. Die Interviews mit Sarah M. Lee, Joel Meyerowitz oder auch Andy Summers, dem ehemaligen Gitarristen von The Police, behandeln eher Grundsätzliches – das Fotografieren als Lebenseinstellung oder das Einfangen des richtigen Moments. Ein bisschen zu schnell sind die Gesprächspartikel geschnitten, man hätte sich mitunter ein längeres Verweilen gewünscht. In Erinnerung bleiben aber die Gespräche mit dem Fotografen Dominic Nahr, der in Kriegen fotografiert hat (aber nicht nur), oder auch mit Sebastião Salgado, dessen Bilder von Gold- und Schwefelminenarbeitern weltberühmt sind. Er wollte mit seinen Fotografien den Menschen ihre Würde geben, sagt er.









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