Kritik zu Eternity

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2025
Original-Titel: 
Eternity
Filmstart in Deutschland: 
04.12.2025
V: 
L: 
112 Min
FSK: 
Ohne Angabe

David Freyne dekliniert die Frage durch, was man macht, wenn man sich nach dem Tod auf ewig für eine bestimmte Welt entscheiden muss

Bewertung: 3
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Gerade war der betagte Larry noch mit seiner Frau bei einer Familienfeier, im nächsten Moment sitzt er in einem Zug, ohne zu wissen, wie er da hingekommen ist. Es stellt sich heraus, er ist gestorben, erstickt an einem achtlos geknabberten Stückchen Salzbrezel, und nun ist er in der Gestalt von Miles Teller auf dem Weg ins Zwischenreich, denn hier tritt man die letzte Reise in dem Alter an, in dem man am glücklichsten war. Eine sogenannte Jenseitskoordinatorin erklärt ihm die Regeln und unterstützt bei den kommenden Entscheidungen.

Immer wieder fantasiert das Kino über das Leben nach dem Tode, mal sind es Engel, die die Menschen in Empfang nehmen, mal sieht Gott aus wie Morgan Freeman und begrüßt im weißen Anzug im gleißend weißen Büroloft, mal ist es eine alttestamentarische Hölle … In der Vorstellung von David Freyne (»Dating Amber«) kann man eine Ewigkeit buchen, in der man ohne Widerrufsrecht für immer bleiben muss. Der Limbo zwischen Leben und Tod ist hier eine Art Reisemessezentrum, in dem verschiedene Anbieter um Kunden werben: Wie wäre es mit einer Bromance World? Oder lieber einer männerfreien Welt? Ein kulinarisches Schlaraffenland? Oder die Weimarer Republik, aber 100 Prozent nazifrei? Oder einfach Sonne, Strand und Meer? Oder Berge? Einige Welten sind geschlossen, weil ihre Werte überholt sind, andere an moderne Ansprüche angepasst. Gern würde man länger zusehen, wie die Vorzüge diverser Welten angepriesen werden.

Larry bereitet alles vor für die Ankunft seiner krebskranken Frau, doch dann wird es richtig kompliziert, als ihr erster Ehemann ins Spiel kommt, der im Koreakrieg gefallen ist und sie seit 67 Jahren sehnlichst erwartet. Sie muss sich entscheiden zwischen dem Prickeln einer unerfüllten Liebe und der Vertrautheit eines langen gemeinsamen Lebens, womit das Jenseits zur Romcom mutiert, die streckenweise ein wenig umständliche Wendungen nimmt, aber mit der schieren Fülle gewitzter Ideen und Ausstattungsdetails bestens unterhält.

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