Kritik zu Planes

© Disney

2013
Original-Titel: 
Planes
Filmstart in Deutschland: 
29.08.2013
L: 
91 Min
FSK: 
keine Beschränkung

Nach Autos Flugzeuge? Nein, statt »Cars« nun »Planes«: Der Animationsfilm von Disney will unmittelbar an den Pixar-Vorläufer anschließen, erfindet ein paar neue Figuren und steckt sie ins alte Konzept

Bewertung: 3
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Dusty will hoch hinaus. Was alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, denn Dusty ist ein Sprühflugzeug, und die brauchen nicht höher als 300 Meter über der Erde fliegen. Dusty aber träumt davon, ein Rennflugzeug zu sein und am legendären »Wings Around the Globe«-Rennen teilzunehmen. Was ihm erst einmal viel Spott einträgt. Aber der fünfte Platz bei seinem ersten Rennen reicht zur Qualifikation für den großen Wettbewerb, dessen Stationen Grönland, Bayern, Indien, der Himalaya, Japan und Mexiko sind. Aber wird Dusty auch das Finale in New York erreichen angesichts der starken Konkurrenz, unter der sich der Champion Ripslinger nicht nur durch abwertende Bemerkungen hervortut, sondern später auch zu hinterlistigen Tricks greift?

Einmal mehr erzählt ein (Animations-)Film die Geschichte vom Außenseiter, dem es gelingt, durch den Glauben an die eigenen Fähigkeiten das schier Unmögliche zu schaffen. Eben weil diese Geschichte so vertraut ist, kommt es auf die Nuancen an. »Hoch über der Welt von Cars« (so informiert ein Eingangssatz mit dem »Cars«-Logo) spielt diese Geschichte, »Planes« ist ein Spin-off des Erfolgsfilms von Pixar aus dem Jahr 2006, dabei allerdings kein Pixar-, sondern ein Disney-Film. Die Flugzeuge sehen den Autos nicht unähnlich, ihre zahlreichen Helfer, nicht selten Gabelstapler-Varianten, könnten direkt aus »Cars« stammen, mit Brent Mustangburger taucht sogar eine Figur aus »Cars 2« wieder auf, und die Tribünen bei den Rennen werden nicht von Flugzeugen besetzt, sondern wiederum von Autos.

Erinnert der Film zu Beginn mit seinen Bildern aus der amerikanischen Provinz (Dustys Heimatort ist so klein, dass er nicht einmal auf der Karte zu finden ist) noch an das »Cars«-Amerika, so legt er später mit den Rennaufnahmen ein zügiges Tempo vor, das leider einen unangenehmen patriotischen Beiklang bekommt, wenn Dusty einmal von Militärflugzeugen aus einer Notsituation gerettet wird und das Trauma seines Lehrmeisters, des Weltkriegshelden Skipper, auch noch mit einer Rückblende illustriert wird, die ziemlich realistisch eine Luftschlacht zeigt. Das steht im Gegensatz zu der inszenatorischen Intelligenz am Anfang, wenn die Nr. 4 der »schlimms­ten Autocrashs aller Zeiten« nur als Explosionsgeräusch und Widerschein der Flammen auf den Gesichtern der Zuschauer gezeigt wird. Warum die heftigen Küsse, mit denen die deutsche Rennteilnehmerin Heidi ihren mexikanischen Konkurrenten El Chupacabra überschüttet, nachdem der (mit einer kleinen Hilfe von Dusty) mit seinem Liebeswerben endlich Erfolg bei ihr hatte, nur im Off stattfinden, muss sich jeder Zuschauer selber fragen. Die Karikatur nationaler Eigenheiten ist in »Planes« eher grob ausgefallen, auch wenn der Mexikaner (komplett mit Maske und Umhang) die amüsanteste Figur ist und die indische Vertreterin als good bad girl die würdevollste. Der Schurke und seine beiden Helfershelfer dagegen bleiben blass.

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