Kritik zu Mutafukaz

© Peppermint

In der Kinoversion des Comics von Guillaume »Run« Renard kommen Angelino und sein Freund Vince in den Straßen von Dark Meat City einer viele Elemente umfassenden Verschwörung auf die Spur

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So ist das eben, wenn man ein mehrbändig ausuferndes Werk verfilmt; erst gegen Ende ist schließlich eine Situation hergestellt, von der aus es eigentlich losgehen könnte: Das Konfliktfeld ist vermessen, die darin agierenden Parteien sind mit ihren unterschiedlichen Interessen vorgestellt, wir wissen, wer Freund ist und wer Feind, und vor allem kennen wir die Genealogie des Helden, den Zwiespalt, in dem er steckt, und die Energien, die
ihn antreiben.

»Mutafukaz« basiert auf einem seit 2006 in sechs Bänden erschienenen Comic des französischen Zeichners, Illustrators und Regisseurs Guillaume »Run« Renard. Ein Comic, dessen Keimzellen wiederum einige Animationssequenzen im Internet sowie ein Kurzfilm waren und der mittlerweile auch eine Spin-off-Serie zeitigte. Und nunmehr eben die vorliegende schwungvolle Zeichentrickfilmfassung, die »Run« gemeinsam mit dem Anime-Regisseur Shojiro Nishimi verantwortet. Produziert wurde die Adaption von dem französischen Unterhaltungskonzern An­kama, der bereits die Comics publizierte, und dem japanischen Anime-Studio 4°C, unter dessen Dach so meisterliche Werke wie »Memories« (1995), »Mind Game« (2004) und »Tekkon Kinkreet« (2006) entstanden. Die Arbeiten von Studio 4°C zeichnen sich durch ihre Innovationsfreude aus; durch die Bereitwilligkeit, mit Partnern aus dem nichtasiatischen Ausland zusammenzuarbeiten, und durch die Unbefangenheit, mit der sie kulturell unterschiedlich geprägte Animationsstile aufeinanderprallen lassen. Mit einer visuell reizvollen Mischung, einer detailfreudig gestalteten Welt, vor allem aber mit hochdynamischen Actionsequenzen bekommt man es denn auch in »Mutafukaz« zu tun.

Zunächst aber will unser Held, der eher schmächtige Angelino mit dem großen schwarzen Kugelkopf und den riesigen weißen Augen, eigentlich nicht viel mehr als in der brandgefährlichen Megalopole Dark Meat City, in der er als Pizzabote arbeitet, über die Runden kommen. Also überleben, und das heißt in den von Gangs und Gangstern beherrschten Straßen, die als farbenfroh verslumte Variation auf Los Angeles zu erkennen sind, zuallererst: keinerlei Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dann aber sind da plötzlich diese Männer in Schwarz, die Angelino und seinem besten Freund Vinz, dessen skelettierter Schädel von einer beständig lodernden Flamme gekrönt wird, nach dem Leben trachten. Den gezückten Waffen der Finstermänner entkommen die beiden noch mit knapper Not. Doch wenig später stört auch schon eine schwer bewaffnete Spezialeinheit den abendlichen Frieden in der heruntergekommenen Bude, die Angelino und Vinz sich mit einer Kolonie Kakerlaken teilen. Keiner weiß genau, was eigentlich los ist, aber schon ist man mittendrin in einem hochrasanten Abenteuer epischen Ausmaßes, denn nichts Geringeres als das Überleben der Menschheit steht mal wieder auf dem Spiel. Nebenher wird noch der Grund für die Erderwärmung erklärt. Und am Ende könnte es dann, wie gesagt, so richtig losgehen.

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