Kritik zu The Last Witch Hunter

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Egal ob Fantasy oder Superheld, Hauptsache Franchise-Potenzial: Ein unverwundbarer Vin Diesel geht in New York City auf Hexenjagd

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Ist er das wirklich? Da stapft in der ersten Szene von »The Last Witch Hunter« ein Kerl durch eine unwirtliche Landschaft. Er hat einen dicken Irokesenschnitt und einen ellenlangen Vollbart. Allein an der einzigartigen Stimme erkennt man: Diese Mischung aus Nikolaus und Neandertaler ist kein antiker Hipster, sondern Vin Diesel. Er spielt einen Hexenjäger namens Kaulder, aber Fans können beruhigt sein: Nach dem Sieg über eine Hexenkönigin springt die Handlung von grauer Vorzeit ins Manhattan der Gegenwart – und unser Held hat sich inzwischen vollständig rasiert. Kaulder ist nun im Dienst der katholischen Kirche unterwegs, die vermutlich auch sein riesiges Luxusapartment finanziert. Sein Alterungsprozess wurde durch einen Fluch besagter Hexenkönigin gestoppt. Seither ist er mit Unsterblichkeit und Unverwundbarkeit, nun ja, gestraft. Als ein böser Zauberer die Hexenkönigin zu neuem Leben erwecken will, geht es für Kaulder um nicht weniger als die Rettung der Menschheit.

Es ist gar nicht mal die sogar für Genreverhältnisse triviale Story, die »The Last Witch Hunter« so ermüdend macht, sondern die hingehuschte Umsetzung. Es gibt ein paar schöne Ideen, etwa dass die meisten Hexen sich mit der Kirche arrangiert haben und heimlich unter den Menschen leben. Aber mehr als ein paar mäßig originelle Gags macht der Film nicht daraus.

Wo es dem offenkundigen Vorbild ­»Blade« gelang, ein ganz eigenes Universum zu erschaffen, da verliert die »Mythologie« von »The Last Witch Hunter« sich in holpernden Plot-Twists und nicht zu Ende gedachten Versatzstücken wie Kaulders Dorian-Gray-Existenz. Dass Vin Diesel jeden noch so banalen Dialog mit shakespearescher Gewichtigkeit vorträgt, macht die Sache nicht besser. Mit imposanten Spezialeffekten sowie prominenten Nebendarstellern täuscht der Film eine Qualität vor, die weder Drehbuch noch Regie halten können. So wirkt »The Last Witch Hunter« wie die Idee eines neuen Vin-Diesel-Franchise, an der ­alle Beteiligten außer dem Star vorzeitig das Interesse verloren.

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Kommentare

Ich bin ein Spinner verrückt, so wie andere es gesagt haben, was soll das ihr Leben war nichs Wert . Selbst prompte halten mich für verrückt,

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