Kritik zu Kaiserschmarrndrama

© Constantin Film

Eigentlich will Dorfsheriff Eberhofer Franz bloß in Ruhe sein Bier trinken... Mit fast einem Jahr Verspätung kommt die Nummer sieben in der Chronik der ­Possen aus dem niederbayerischen Niederkaltenkirchen in die Kinos

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»Oed 1«, so lautet die Anschrift des Eberhofer'schen Hofes. Doch öd geht es dort nie zu. Freundin Susi will nicht mehr länger mit dem Franz und dem Pauli im Saustall schlafen und Bruder Leopold, dessen thailändische Frau mittlerweile das zweite Kind erwartet, will sich dementsprechend erweitern. Was also liegt näher, als auf der Wiese neben dem Hof ein Zweifamilien-Doppelhaus mit Gemeinschaftssauna hochzuziehen? Als Vater Eberhofer von seiner Liebschaft auf der spanischen Insel zurückkehrt, traut er angesichts der »bourgeoisen Scheißhütt'n«, die da im Rohbau auf seinem Grund und Boden steht, seinen Augen nicht. Und das ist lediglich die Spitze des Eisbergs, der diesmal durch Niederkaltenkirchen treibt, denn bald schon gesellt sich zum Doppelhaus ein Doppelmord.

Das »Kaiserschmarrndrama«, das sich nach einem Jahr Verschiebung nun endlich doch noch im Kino entfaltet, bildet Eintrag Nummer sieben in der Chronik der Possen um den niederbayerischen Dorfsheriff Franz Eberhofer und die Seinen: Familie, Spezln, KollegInnen und Vorgesetzte, assoziiertes Personal, Hund Ludwig nicht zu vergessen sowie den Birkenberger Rudi, Busenfreund und lästiges Wimmerl in einem.

Die vorliegende wie auch alle vorangegangenen Geschichten wurden und werden seit 2010 ersonnen von Rita Falk, der Autorin jener nicht nur in Bayern äußerst beliebten Provinzkrimis, die Ed Herzog seit 2013 mit zunehmend auch überregionalem Erfolg und mit immer denselben Leuten vor und hinter der Kamera verfilmt. Da geht also ein mittlerweile blind aufeinander eingespieltes Team zu Werke, woraus sich rein theoretisch eine gewisse Routine, ja womöglich gar Langeweile ergeben könnte. Aber das Gegenteil ist der Fall. Vielmehr werden mit zunehmender schlafwandlerischer Sicherheit glänzend orchestrierte Feuerwerke des Unfugs für gehobene Ansprüche abgebrannt. 

Da lässt sich mitunter gar nicht so recht entscheiden, ob man nun das leicht maliziöse Lächeln des Eberhofer Franz sieht oder ob es das gerade eben noch so unterdrückte Grinsen von Darsteller Sebastian Bezzel ist. Im Grunde genommen ist das ganz egal, liegt doch kein geringer Teil des Vergnügens an den Krimis eben darin, Zeugin des Vergnügens zu werden, das die Truppe, die sie macht, miteinander hat.

Zumal in der Freiheit zum Quatschmachen immer auch die Möglichkeit liegt, es unvermittelt bier- und bitterernst werden zu lassen. Dann fließen Komödie und Tragödie dergestalt ineinander, dass man es mit dem ganz normalen Wahnsinn zu tun zu haben glaubt, der das tägliche Leben ist. Während der Mordfall mit traditionsgemäßer Hemdsärmeligkeit quasi im Vorbeigehen gelöst wird, gerät der Eberhofer im Privaten in gleich mehrerlei Hinsicht in Bedrängnis. Doch sehen Sie selbst. Und sehen Sie auch den Gastauftritt des Urahns aller großen Nonsens-Polizeiserien, Major Adolf Kottan, der als oberschlauer Waldspaziergänger gern zu den Ermittlungen beitragen würde – soweit kommt's noch!

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