Kritik zu Ice Cream Man

© Studiocanal

Der neue Splatterfilm von Eli Roth erzählt von einem Eisverkäufer, der Kinder zu mordlustigen Bestien macht.

Bewertung: 2
Leserbewertung
0
Noch keine Bewertungen vorhanden

»I scream, you scream, we all scream for ice cream.« 20 Jahre hat Eli Roth gebraucht, um diesen eigenartigen Film zu finanzieren. Weder nach »Cabin Fever« noch nach »Hostel« ist es ihm gelungen, weshalb eine eigene Produktionsfirma hermusste: The Horror Section. Kinder, die mit Stichsägen auf ihre Eltern losgehen, Gehirne mit dem Eisportionierer auslöffeln oder mit Gedärmen Seil springen – offenbar gab es da vorher Bedenken. Die Geschichte ist schnell erzählt und eigentlich nur für 15 Minuten des gesamten Films wichtig. Der mysteriöse Ice Cream Man (sehr expressionistisch: Ari Millen) fährt durch eine US-Suburb und verteilt Eis an Kinder. Nach dem Verzehr fangen sie an, sämtliche Erwachsenen der Stadt umzubringen. Inspiriert werden sie von brutalen KI-Cartoons, die kollektiv auf ihren Handys auftauchen. Die »Infizierten« erkennt man zuverlässig an Eis und Streuseln im Gesicht. Sicher sind nur die laktose­intoleranten Kinder – logisch. Die vom Fluch Verschonten gehen der Sache auf den Grund und stoßen auf fiese Intrigen, die den armen Ice Cream Man zum Bösewicht machten. Natürlich waren die Erwachsenen schuld. Auch die Kirche, der Teufel und Nekromantie kommen ins Spiel.

So weit, so gut. Das wirkt, als hätte es ein Zwölfjähriger mit ausgeprägten Rachefantasien geschrieben – bei Roths Werk vielleicht gar nicht so weit hergeholt. Doch in deren Ausarbeitung steckt deutlich mehr Liebe als in der Geschichte. Die Spezial­effekte sind beeindruckend, die grausige Ausstattung wirkt bis ins Detail handgemacht und den rund 80 mitspielenden Kindern sieht man den Spaß daran an, mit Kunstblut und abgetrennten Gliedmaßen herumzutoben. Das sind dann auch die Momente, in denen sich tatsächlich etwas Dynamik entwickelt. Sonst bleibt alles eher im schundhaften Mittelmaß. Die altbackenen Witze zünden so wenig wie die halbherzige Brainrot-Medienkritik. Vielleicht braucht es zum guten Genrekino dann doch drei oder vier Ideen mehr für die Leerstellen zwischen den Morden.

Meinung zum Thema

Ihre Meinung ist gefragt, Schreiben Sie uns

Mit dieser Frage versuchen wir sicherzustellen, dass kein Computer dieses Formular abschickt