Kritik zu How to Be Single

© Warner Bros.

2016
Original-Titel: 
How to Be Single
Filmstart in Deutschland: 
07.04.2016
S: 
Musik: 
L: 
110 Min
FSK: 
12

Der Gießener Hollywood-Export Christian Ditter (»Vorstadtkrokodile«) versucht sich am verbildlichten Lebensgefühl der alleinstehenden Twentysomethings in New York

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Knapp eine Minute dauert es, bis sich dem Zuschauer der unverhohlene Blick auf ein – zumindest textilumhülltes – erigiertes Geschlechtsteil bietet. Die Exposition des zweiten Hollywoodfilms von Christian Ditter schreit einem förmlich ins Gesicht, dass es nun Zeit ist, die zerebralen Aktivitäten ganz auf das Areal für niederen Humor zu konzentrieren. Ganz so schlimm soll es aber dann doch nicht kommen.

Im Leben der überzeugten Singles Robin (stark: Rebel Wilson) und Tom (Anders Holm) dreht sich alles um Sex und dem alkoholgetränkten Weg dorthin. Er betreibt seine eigene Bar, sie arbeitet alibimäßig zwischen den Ausschweifungen als Rechtsanwaltsfachangestellte in einer großen Kanzlei. Alice (Dakota Johnson) hingegen ist schon seit ihrem ersten Semester mit Josh liiert, einem verlässlicher und halbwegs attraktiven jungen Mann auf den sie sich verlassen kann. Doch ihr fehlt etwas in Ihrem Leben, etwas das sie nicht näher benennen kann und so beschließt sie kurzerhand eine Beziehungspause für das Paar ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Sie zieht zu Ihrer Schwester (Leslie Mann) nach New York und startet in einer Kanzlei an der Seite von Robin, die ihr fortan das Singleleben mit dem Holzhammer einprägt.

Man versucht hier in unzähligen Nebenrollen alle möglichen Typen von Singles abzudecken: Die vergnügungssüchtigen Partysingles, die erfolgreiche Ärztin als Überzeugungstäterin, den traumatisierten alleinerziehenden Witwer und eben Dakota Johnsons Figur der Alice auf der Suche nach sich selbst. Das sind eine Menge Geschichten für einen 100minütigen Film bei dem sich dann auch gleich drei Autoren am Drehbuch zu schaffen machten.

Die deutlich abweichende Verfilmung der Roman-Vorlage von Liz Tuccilo krankt an dieser Überladung und hetzt durch diverse Liebeleien, Konflikte und Beziehungen ohne jemals in die Tiefe zu gehen. Dabei haben einige Geschichten wie die des seine Tochter beschützenden Witwers David (Damon Wayans Jr.) und die der zwischen Kinderwunsch und Karriere stehenden Ärztin Meg durchaus Potenzial und eine ausgiebigere Behandlung verdient. Stattdessen soll der Reifungsprozess von Alice die Versatzstücke des überbordenden Skripts zusammenhalten, ist dafür jedoch schlicht zu blass und unbedeutend. Ihr fällt an der Seite von einer stark spielenden Rebel Wilson eher die Funktion des unerfahrenen Sidekicks zu, als die einer sich entwickelnden Hauptfigur.

So bleibt »How to be Single« leider ein unausgegorener Film, dem ein Rotstift an einigen Stellen im Skript und eine Besinnung auf die Romanvorlage gut getan hätte.

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