Kritik zu Ein Mordsteam

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Ein Tor, wer da nicht an Eddie Murphy oder Ziemlich beste Freunde denkt: Ein weißer und ein schwarzer Bulle ermitteln in David Charhons Krimikomödie in einem Mordfall in der Pariser Oberschicht

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Die Frau eines Industriellen wird ermordet aufgefunden. Ihre Leiche liegt im Müll unter einer Autobahntrasse, die das vornehme Paris von den Banlieues trennt. Wer ist hier zuständig? Ousmane (Omar Sy), ein Cop, der in der berüchtigten Vorstadt Bobigny Dienst schiebt, ist zuerst am Tatort. Doch der arrogante François (Laurent Lafitte) von der Mordkommission, ein karrieristischer Schürzenjäger, reißt den Fall ganz selbstverständlich an sich. Ousmane heftet sich an seine Fersen wie Kaugummi, und so werden die beiden gegensätzlichen Flics ziemlich beste Partner.

Der Wiedererkennungseffekt ist intendiert. Nach seinem Erfolg mit Ziemlich beste Freunde wandelt der Komiker Omar Sy in dieser französischen Version von Nur 48 Stunden auf den Spuren von Eddie Murphy. Aus dem Aufeinanderprallen französischer Klassengegensätze bezieht die unterhaltsame Actionkomödie einen gewissen Charme. Beim Betreten des Richelieu-Saals, in dem der Ehemann der Ermordeten pikfein diniert, wirkt der im Rapperlook gestylte Ousmane herrlich deplatziert. Auf der anderen Seite erscheint der in teurem Zwirn ermittelnde Schönling François im Hochhausghetto wie die Provokation pur. Während die Krimihandlung kaum Überraschungen bietet, schaut man dem ungleichen Duo, bei dem Laurent Lafitte als versnobter Kotzbrocken Akzente setzt, gerne zu. Die Charaktere sind zeitgemäß aktualisiert, weswegen Omar Sy als schwarzer Unterschichtsbulle nun auch alleinerziehender Vater ist. Die Actionszenen wirken hysterisch überdreht, und natürlich ist die Hommage an Walter Hill frivoler als die eher prüden USVorbilder. Wenn François sich im Swingerklub, um von einem Verdächtigen nicht gesehen zu werden, hinter die ausladenden Brüste einer Serviererin duckt, dann hat diese plakative Erotik einen surrealen Touch. Leider fallen die Nebenfiguren stark ab, auch der Bösewicht bleibt farblos. Trotz gelungener Momente hinterlässt die Krimikomödie keinen nachhaltigen Eindruck.

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