Kritik zu Die Bestimmung – Allegiant

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Vor zwei Jahren hat sich die Verfilmung der Jugendroman-Trilogie von Veronica Roth noch selbstbewusst neben »Die Tribute von Panem« positioniert. Nun geht das Franchise in die dritte und vorletzte Runde

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Trotz deutlicher Kongruenzen zu »Panem« entwickelte die Geschichte über ein eingemauertes Chicago der Zukunft, in dem die Menschen nach ihren Charaktereigenschaften verschiedenen Fraktionen zugeteilt werden, im ersten Teil durchaus eigene metaphorische Qualitäten. Nun wurde in Potter-Panem-Twilight-Manier der letzte Band der Trilogie auf zwei Filmfolgen gestreckt, um das bisherige weltweite Einspielergebnis von 596 Millionen Dollar aufzupolstern. Blieb der zweite Teil unter der Regie Robert Schwentkes schon deutlich hinter den Versprechungen des Pilotfilmes zurück, wird der Abwärtstrend in der neuesten Fortsetzung nun weiter ausgebaut.

Dabei hat die Romanvorlage hier eine durchaus interessante Wendung zu bieten. Die jungen Helden überwinden die Grenzen ihres bisherigen Daseins, gegen dessen vermeintliche Schicksalhaftigkeit sie rebelliert haben. Nach dem Tod der Diktatorin (Kate Winslet) im letzten Teil brechen in Chicago bürgerkriegsähnliche Zustände aus. Während Gegner und Befürworter des Fraktionssystems sich gegenseitig bekämpfen, gelingt Tris (Shailene Woodley) mit ihren Getreuen die Flucht über die Betonmauern der Stadt. Dahinter befindet sich im verseuchten Brachland der Vorposten einer Zivilisation, von der sie bisher nichts ahnten.

Im Kampf zwischen Werktreueverpflichtungen und künstlerischer Aneignung flüchtet sich Schwentke in aufwendige Digitaleffekte und ausufernde Monologe, in denen die Figuren zu Nachhilfelehrern für die Nichtleser des Romans werden. In einem riesigen Elfenbeiturm sitzt Jeff Daniels als Gen-Tech-Strippenzieher. Ganz im Gegensatz zur Protagonistin sieht das Publikum sofort, dass der Mann nichts Gutes im Schilde führt, wenn er Tris' genetische Reinheit als Rettungsanker für die postapokalyptische Welt feiert. Vielleicht fehlt diesem Franchise, seit Katniss Everdeen den Flitzebogen zur Seite gelegt hat, einfach der notwendige Konkurrenzdruck.

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