Filmkritiken
Woche vom 18.03.2026
Mit seiner dritten Regiearbeit setzt Bradley Cooper statt auf Pathos und große Gesten auf fein beobachtete Zwischenmenschlichkeit in Form einer bescheidenen tragikomischen Beziehungsgeschichte. Dass er selbst dieses Mal nur eine Nebenrolle übernommen hat, erweist sich als Vorteil, doch Co-Autor Will Arnett als vom Ehe-Ende überforderter Vater, der plötzlich Stand-up-Comedy zur Krisenbewältigung für sich entdeckt, ist nicht der einnehmendste Protagonist.
Toni Servillo ist Paolo Sorrentinos Muse. In ihrem siebten gemeinsamen Film verkörpert er einen Staatspräsidenten am Ende seiner Amtszeit, der heimgesucht wird von den trügerischen Erinnerungen an seine verstorbene Frau. Dringend anstehende Aufgaben schiebt er mit philosophischer Gelassenheit vor sich her, um dann verblüffende Entscheidungen zu treffen. Ein Hohelied auf die Melancholie, das ein, zwei Enden zu viel hat.
In einem entlegenen Dorf in Nordmazedonien verliebt sich der Hirte Ahmet in Aya, die verheiratet werden soll. Sie kommt aus der Stadt und bringt moderne Ideen mit, die die patriarchale Struktur des kleinen Gemeinwesens herausfordern. Ahmet schließt sich mit Begeisterung an. Ein liebenswürdiger Film, dem es statt um Konfrontation um die Versöhnung von Gegensätzen zu tun ist. Wurde aber auch Zeit …



