Aktuelles
19.05.2026
Hollywood fehlt, doch Pawlikowskis »Vaterland« mit Sandra Hüller begeistert, und Hamaguchis »Soudain« erfüllt mit Hoffnung.
15.05.2026
Nathalie Baye war eine der vielseitigsten französischen Schauspielerinnen ihrer Generation – graziös, klug und nie einzuordnen. Ein Nachruf auf eine Ausnahmekünstlerin.
11.05.2026
Die 79. Filmfestspiele in Cannes eröffnen mit »The Electric Kiss«. Im Wettbewerb um die Goldene Palme kämpft auch Valeska Grisebach – und Paweł Pawlikowski erzählt eine deutsche Geschichte.
10.05.2026
Julia Windischbauer, 29, Schauspielerin aus Österreich, arbeitet am Theater (u. a. Burgtheater Wien) und stand bereits während des Studiums vor der Kamera. Zu ihren Filmcredits zählen Anna Rollers Kurzfilm »Gör«, Elena Wolffs »Para: Dies« und »Sonnenplätze« von Aaron Arens. 2025 kam ihr Regiedebüt »Callas, Darling« heraus. In der Arte-Miniserie »Etty« spielt sie die Hauptrolle.




Ein blendender Film
Es wurde eigentlich alles schon gesagt, nur wundert mich, dass noch niemand das epd-film-Gespräch mit Louise Peter (eine der Drehbuchautorinnen) erwähnt hat. Das sagt eigentlich mehr über den Film, als die Kritik oben. Sie beschreibt darin, wie sie über Jahre einzelne Ideen und Recherche-Schnipsel zusammengetragen und am Ende dann montierten haben. Scheinbar haben sie auch selbst das Problem erkannt: "Wir haben lange versucht, eine Logik reinzubekommen." Und so sieht der Film dann eben auch aus: Eine Aneinanderreihung von handwerklich guten Szenen, die durchaus ihre starken Momente haben (mir haben die Phantasie-Exkurse gefallen, z.B. das Reh im Kornfeld). Aber diese Szenen ergeben leider wenig in der Summe. Das man dann noch versucht, Arthaus-Publikum zu ködern, indem man sich besonders abgründig a lá Haneke oder L. v. Trier gibt (aber eben ohne deren Erzählkraft) und das ganze dann düster-musikalisch unterlegt ist ein nerviger Manierismus und des Kaisers neue Kleider. Als ich aus dem Kino kam, dachte ich: "In die Sonne schauen" – Eigentlich der perfekte Titel für einen Film, der durch seine Form blendet, während der Inhalt nur schwach glimmt.