Kritik zu Schock Labyrinth 3D

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In dem ersten japanischen 3D-Film aus der Hand von Takashi Shimizu (bekannt durch seine »Ju-on«-Filmreihe) schleichen sich mehrere Kinder in das Geisterhaus eines Vergnügungsparks

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Wenn sich japanische Produzenten für den internationalen Markt englischsprachige Titel für ihre Filme ausdenken, klingt das Resultat stets etwas sperrig. »The Shock Labyrinth: Extreme 3D« lautet der vollständige Titel des neuen Films von Takashi Shimizu, der vor allem durch seine »Ju-on«-Filmreihe bekannt ist, in denen regelmäßig ruhelose Hausgeister den ahnungslosen Nachmietern das Leben zur Hölle machen. Aus seinen billigen Videofilmen »Ju-on« und »Ju-on 2« aus dem Jahr 2000 machte Shimizu zwei Jahre später die weltweit beachteten japanischen Kinofilme »Ju-on: The Grudge« und »Ju-on: The Grudge 2«. Für Sam Raimis Produktionsfirma Ghost House Pictures inszenierte er später selbst die amerikanischen Remakes »The Grudge – Der Fluch« (2004, mit »Buffy«-Star Sarah Michelle Gellar) und »The Grudge 2« (2006). Trotz unheimlicher Atmosphäre und heftigen Schockmomenten richteten sich die überwiegend subtilen Horrorfilme immer auch an ein Teenagerpublikum. Schließlich waren viele der grausigen Quälgeister im Film auch noch minderjährig.

Für den ersten japanischen 3D-Film ließ sich Shimizu von dem »Saikyo Senritsu Meikyu«, einem real existierenden Grusellabyrinth in einem japanischen Vergnügungspark park in der Nähe des Bergs Fuji, inspirieren. In »Schock Labyrinth 3D« schleichen sich mehrere Kinder in das Geisterhaus des Parks. Die kleine Yuki (Misako Renbutsu) verschwindet auf mysteriöse Weise in der Jahrmarktsattraktion, kehrt aber unerwartet zehn Jahre später wieder zu ihrer ehemaligen Kinderclique zurück. Die bringen die erschöpfte Yuki in ein labyrinthähnliches Krankenhaus, wo sich Realität und Traum immer mehr verwischen. Die durchgehend albtraumhafte Atmosphäre des Films wird durch das »Real 3D«- Verfahren noch verstärkt. Oft weiß man nicht, ob die Doppelbilder und Unschärfen jetzt Schwächen in der Projektion oder dramaturgisch eingesetzte Raffinessen sind. Die dreidimensionale Illusion funktioniert gerade durch die Bedächtigkeit der Inszenierung und macht selbst aus den viel zu kleinen japanischen Großstadtwohnungen tiefe hyperreale Räume. Doch unsere von »Avatar« verwöhnten Augen haben sich schnell sattgesehen an dem 3D-Effekt. Mit James Camerons obszön kostspieliger Zukunftsvision kann Shimizus Billigprodukt nicht mithalten. Nach 15 Minuten beginnt man sich bei dem seichten Teenagergrusel zu langweilen. Hinzu kommt das unbegreiflich hölzerne Agieren der eigentlich so talentierten Jungschauspieler Yûya Yagira (bekannt aus der ergreifenden Milieustudie »Nobody Knows« von Hirokazu Koreeda) und Ai Maeda. Die ruhelosen Geisterkinder in Shimizus »Ju-on«-Filmen waren leichenblass geschminkt, hatten verdrehte Gliedmaßen und krabbelten rückwärts an der Zimmerdecke entlang. Das kleine Geisterkind Yuki in »Schock Labyrinth« ist schrecklich niedlich und wirft ihr geliebtes Stoffhäschen in die 3D-Kamera. Dort schwebt es recht effektvoll im Raum, umgeben von in der Luft stehen gebliebenen Regentropfen, und entledigt sich seiner Plüschinnereien. Bilder wie diese haben zweifellos ihren surrealen Reiz, sind aber für einen Horrorfilm viel zu harmlos.

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