Kritik zu Ronny & Klaid

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Erkan Acar versucht sich an einer Buddykomödie, in der zwei liebenswerte Deppen in Liebesnöte und an einen gemeinen Gangsterchef geraten. Ein zwar konsequenter, aber leider nur bedingt lustiger Klischeeklamauk

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Die Helden von Buddyfilmen haben ja meist etwas sehr Anrührendes. Das trifft auch auf Ronny & Klaid zu, die beiden Kumpels aus Erkan Acars Buddy­komödie. Acar mag dabei große filmische Vorbilder im Sinn gehabt haben, wie der Titel und zahlreiche Anspielungen über fast zwei Stunden hinweg unmissverständlich zeigen. Er kommt aber über eine überdrehte Klamotte kaum hinaus.

Ronny (Franz Dinda) und Klaid (Sahin Eryilmaz) haben sich ihren Kindheitstraum erfüllt: einen Späti. Allerdings reichte das Geld nur für die Pacht und eine spärliche Einrichtung. Das Sortiment besteht in erster Linie aus Pennerbier. ­Eines Tages betritt die hübsche Emily ­(Xenia ­Assenza) den Kiosk. Sie will eigentlich eine Cola, geht aber mit einem Bier raus und lädt zuvor noch die beiden Freunde zu ihrer Geburtstagsparty in einem angesagten Club ein. Ronny ist hin und weg, Klaid verliert im Hinterzimmer 80.000 Euro am ­Roulette-Tisch. Gangsterboss Bernhard (Guido Broscheit) gibt den beiden eine Woche Zeit, um das Geld zu besorgen.

Gestützt auf fragwürdige Internet­statistiken und Klaids verdrehte Lebensweisheiten – »Es ist Zeit, das Gangsterbeil auszugraben« –, beschließen sie, zehn Menschen zu entführen. Schließlich ist laut Statistik jeder zehnte Deutsche ein Millionär. Etwas ungeschickt schlagen sie ausgerechnet unter den keineswegs repräsentativen Beispielen ihren Kunden zu, weshalb sich bald darauf der freundliche Amish Jacob (Alexander Schubert), die bankrotte Galeristin Milf (Jenny Elvers) und der ebenso klamme und durchgedrehte Filmemacher Fatih Akin (er selbst) als Geiseln im Keller von Ronny und Klaid wiederfinden. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die schöne Emily die Tochter des Gangsterbosses ist.

Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Acar hat sich viel Mühe gegeben, zahlreiche Reminiszenzen an unterschiedliche Genres und Helden in seine Komödie einzubauen. Einen Hacker ködert Ronny mit Gedankenübertragung nach »Matrix«-Manier, die Casinoszene ist an James Bond angelehnt, und in der Galerie taucht Ronny als Andy-Wahrhol-Verschnitt auf. In seiner klischeehaften Klamaukigkeit bleibt er zwar konsequent, doch abgesehen von ein paar Lachern und den mitunter liebenswürdigen Knallchargen bietet der Film zu wenig.

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