Kritik zu Finding Emily

© Universal Pictures

2026
Original-Titel: 
Finding Emily
Filmstart in Deutschland: 
10.09.2026
L: 
111 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Romantische Komödien sind dieser Tage präsent wie lange nicht, und die Geschichte um einen Musiker, der versucht, eine studentische Party- Bekanntschaft wiederzufinden, und damit einen ganzen Campus ins Chaos stürzt, gehört zu den überzeugendsten.

Bewertung: 4
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Wann sind denn alle so zynisch geworden, was die Liebe angeht? Owen (Spike Fearn) ist mangels Erfahrung nicht gerade der Experte, was amouröse Angelegenheiten angeht. Womöglich ist genau das der Grund, dass sein Blick auf alles Romantische so ungetrübt optimistisch ist.

Im Kinodebüt der britischen Regisseurin Alicia MacDonald kommt das zum Tragen, als der 23-Jährige, der nach dem Tod der Mutter gemeinsam mit seinem Bruder und dessen Freundin noch im Elternhaus lebt und mangels Geld fürs Studium als Toningenieur an der Uni arbeitet, die Frau seiner Träume bei einer Studentenparty trifft. Beim Flirten und Tanzen fliegen die Funken, doch dann muss die Angebetete im Feen-Kostüm überstürzt weiter zur nächsten Feier und Owen bleibt zurück mit lediglich einem Namen und einer Telefonnummer, bei der – wie sich herausstellt – eine Ziffer fehlt. Versehen oder absichtliche Abwimmel-Masche? Für ihn ist nur eine Antwort denkbar.

Mittels Flugblättern auf dem Campus versucht Owen, besagte Emily zu finden, macht aber erst einmal die Bekanntschaft einer Namensvetterin. Diese andere Emily (Angourie Rice) ist Psychologie-Studentin aus den USA, forscht zum Thema »romantische Bindung als Form selbstzerstörerischen Wahnsinns« und muss möglichst bald eine überzeugende Arbeit vorlegen, um eine weitere Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Owens unerschütterliche Hoffnung, seine Unbekannte wiederzufinden, kommt ihr da gerade recht. Sie beschließt, ihn bei seiner Suche zu unterstützen – und macht ihn ohne sein Wissen zum Gegenstand ihrer Studie. Dass sie ihm Zugang gibt zu den EMail- Adressen aller an der Uni eingeschriebenen Emilys – ohne deren Einverständnis natürlich –, bleibt nicht das einzige Problem.

Dass man bei romantischen Komödien recht genau vorhersehen kann, wie sich die Geschichte entwickelt und das Duo im Zentrum letztlich zusammenfindet, ist kein Manko des Genres, sondern macht gerade den Charme aus, wenn Kontext und Umsetzung stimmen. Und genau das ist bei »Finding Emily« der Fall. Die Prämisse des Drehbuchs von Rachel Hirons ist originell genug, und das Setting im Uni-Umfeld von Manchester verhindert nicht nur den Hochglanz-Kitsch vergleichbarer US-Produktionen, sondern lässt auch Raum für Referenzen ans verwandte Genre der College-Komödie. Überhaupt ist das Skript clever in Dialogen und Balance: Emilys von Enttäuschung geprägte Abgebrühtheit wird genauso ernst genommen wie Owens Idee von der Liebe, und nebenbei bekommt seine naive Hetero-Stoffeligkeit ebenso ihr Fett weg wie der Empörungs-Aktivismus einiger Emilys, der in Zeiten von Incels und Consent-Debatten schnell weite Kreise zieht.

Solche Nebenkriegsschauplätze (nicht zuletzt Minnie Driver in einer winzigen, herrlich komischen Rolle als Uni-Dekanin) sind die Würze in diesem auf bewährten Pfaden wandelnden und doch frisch wirkenden Film. Sie lenken aber nie ab von den Protagonist*innen. Zum Glück, denn Rice und Fearn in den Hauptrollen sind so einnehmend, unverbraucht und aufrichtig, dass man gar nicht anders kann als mit ihnen mitfiebern.

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