Kritik zu Diana

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Statt mit einem groß angelegten Biopic nähert sich Oliver Hirschbiegel der »Königin der Herzen« mit einer biografischen Ausschnittvergrößerung, die sich der angeblich wahren letzten großen Liebe von Lady Di widmet

Bewertung: 3
Leserbewertung
2.25
2.3 (Stimmen: 4)

Dass die Briten Oliver Hirschbiegels Diana nicht lieben, ist keine Überraschung. Schließlich ist die Princess of Wales eine Pop­ikone, wie sie das Vereinigte Königreich seit den Beatles nicht mehr hervorgebracht hat, und ihr früher, tragischer Tod ein immer noch unverarbeitetes, nationales Trauma. Und dann kommt dieser deutsche Regisseur daher und dreht aus den letzten zwei Lebensjahren der Lady Di einfach einen Liebesfilm. Der Sturm der Entrüstung war da programmiert.

Dabei hat Hirschbiegels Film aus der nüchternen Kontinentalperspektive heraus durchaus Qualitäten vorzuweisen. Statt einem groß angelegten Biopic nähert sich Diana der »Königin der Herzen« mit einer biografischen Ausschnittvergrößerung, die erst dort beginnt, wo die Ehe mit Charles schon zu Ende ist und Diana (Naomi Watts) einen neuen Platz im Leben sucht. Im Krankenhaus lernt sie Hasnat Khan (Naveen Andrews) kennen – ein viel beschäftigter Herzchirurg, der Besseres zu tun hat, als sich in die »berühmteste Frau der Welt« zu verlieben. Aber vielleicht ist es gerade die mangelnde Verfügbarkeit eines mitten im Leben stehenden, seinem Beruf verpflichteten Mannes, die Diana an ihm reizt.

Dass die Treffen im Geheimen stattfinden, gibt der Affäre anfangs die humorvolle Würze, wird aber später auch zum Verhängnis der Beziehung, die im grellen Licht der Öffentlichkeit keine Überlebenschancen hat. Dennoch zeigt der Film, wie Diana im Rückenwind der frischen Liebe das eigene Leben neu strukturiert und ihre Popularität in den Dienst politischer Kampagnen stellt.

Naomi Watts gelingt die Balance zwischen königlicher Noblesse, frischer Verliebtheit und erstarkendem Selbstbewusstsein einer Frau, die nicht nur Opfer ihres medialen Images war, sondern auch eigene Strategien entwickelte. Der größte Fehler des Films ist vielleicht sein Titel, der Erwartungen nach einem umfassenden Biopic weckt, die diese kleine und auf dünner Faktenlage beruhende Produktion nicht erfüllen kann.

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