Kritik zu Bed Rest

© Tobis Film

Auf Katzen ist im Horrorkino Verlass: Eine Schwangere, die Jahre zuvor bereits eine Fehlgeburt erleiden musste, wird von panischen Ängsten heimgesucht

Bewertung: 2
Leserbewertung
0
Noch keine Bewertungen vorhanden

Zuerst das Wichtigste: Das Gruseln funktioniert. Wenn es im Wandschrank poltert oder das Fenster sich »wie von Geisterhand« schließt, dann kriecht ein Angstschauer über den Rücken. Und das, obwohl man derlei Klischees gefühlt hundertmal gesehen hat. Springt dann aber beim 101. Mal unerwartet die fauchende Katze ins Bild, so erschrickt man trotzdem bis ins Mark. Das Horrorkino baut auf verlässliche Mechanismen. Es löst, wie Stephen King sagte, »phobische Druckpunkte« aus.

Die Spukgeschichte, die Lori Evans Taylor, bekannt für das Script zu »Final Destination 6«, in ihrem Regiedebüt erzählt, ist erwartungsgemäß konventionell. Die Antiquitätenhändlerin Julie Rivers (Melissa Barrera) bezieht mit ihrem Mann Daniel (Guy Burnet) ein schönes altes Haus. Damit die Hochschwangere keine weitere Fehlgeburt erleidet, verordnet der Arzt ihr nach einem heiklen Treppensturz strenge Bettruhe. Vor allem aber soll sie sich nicht aufregen!

Leichter gesagt als getan. Denn in dem verwinkelten Gemäuer spukt ein vierjähriger Junge herum. Handelt es sich etwa um den Geist jenes Kindes, das sie seinerzeit bei der Geburt verlor? Da Julie als labil gilt, glaubt der Arzt, sie würde halluzinieren. Psychopharmaka, die ihr verschrieben werden, wirken nicht. Die Erscheinungen kehren wieder. Auch vor der Pflegerin, die ihr seltsam unbeteiligter Ehemann engagiert, beginnt Julie sich mehr und mehr zu fürchten. Und so wird das traute Heim unheimlich.

Die aus »Scream 5« bekannte Mexikanerin Melissa Barrera ist darstellerisch limitiert, Guy Burnet in der Rolle des Ehemanns bleibt ebenfalls blass. Akzente setzt allein Edie Ink­setter als leidgeprüfte Krankenschwester aus dem Jenseits. Dabei hat der Geisterfilm durchaus packende Ideen. Ein Spielzeugauto fährt an der Decke entlang. Der Robot-Staubsauger wird auf witzige Weise zweckentfremdet. Auf Katzen im Horrorfilm ist sowieso Verlass. Auch die Geschichte um Schwangerschaft und unbewältigte Trauer hat einen originellen Dreh. Am Ende gleicht der Spuk-Thriller aber buchstäblich einer schweren Geburt.

Meinung zum Thema

Ihre Meinung ist gefragt, Schreiben Sie uns

Mit dieser Frage versuchen wir sicherzustellen, dass kein Computer dieses Formular abschickt