Aktuelles
11.02.2026
Hollywood macht sich rar, Kunstfilm ist Trumpf, im Wettbewerb werden drei deutsche Filme gezeigt und Isabelle Huppert spielt einen Vampir: Am Donnerstag wird die 76. Berlinale eröffnet.
10.02.2026
Die Berlinale-Retrospektive »Lost in the Nineties« erkundet das Kino der neunziger Jahre jenseits des Mainstream und liest das Jahrzehnt neu – politisch, lebensnah und bewusst gegen den Blockbuster-Kanon.
09.02.2026
Luna Wedler wurde 1999 in Zürich geboren. Mit 14 spielte sie in »Amateur Teens« ihre erste Rolle. 2016 begann sie ihre Ausbildung an der European Film Actor School in Zürich. Sie spielte Rollen in »Auerhaus« (2019), »Je suis Karl« (2021) und »22 Bahnen« (2025). Für »Silent Friend« erhielt sie in Venedig den Marcello Mastroianni Award als Best Young Actress.
08.02.2026
Ab 12. Februar zurück auf der großen Leinwand: Hayao Miyazakis Klassiker, restauriert, in 4K und im Original mit Untertiteln.



Fahrstunden fürs Leben
Der persönliche Hintergrund der beiden Hauptakteure ist ein interessanter Ansatz zum Thema ‘Führerschein‘. Fahrlehrer Darwan (Ben Kingsley) ist Sikh und trägt seinen Turban sowie seinen Vollbart voller Stolz. Die Fahrschülerin Wendy (Patricia Clarkson) ist eher im Reich der Wörter zu Hause, mittleren Alters und ihr Mann hat ihr gerade den Laufpass gegeben. Mit viel Gefühl und Empathie führt Darwan Wendy in die Geheimnisse des Autofahrens ein. Seine Schwester hat ihm daheim in Indien Jasleen (Sahrita Choudhury) ausgesucht und zu ihm geschickt. Es wurde eine arrangierte Hochzeit. Darwan hatte sie zuvor noch nie gesehen.
Jasleens Unsicherheit im fremden Amerika wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass sie Analphabetin ist. Viele der Gags stammen aus dem Standardrepertoire der Fahrschule, die besten Gags bringt aber die menschliche Begegnung von Darwan und Wendy. Jeder der beiden ist ein Typ für sich: der Inder ruht ganz in sich selbst, verliert nie die Fassung. Wendy ist das ganze Gegenteil: ein Nervenbündel im Post-Ehekrieg-Stress.
Der Culture Clash wird nicht sehr hochgehängt. Ebenso wie Darwans oder Jasleens Haltung zwischen den kulturellen Gegebenheiten seiner Heimat und Amerika. Mit zu viel Zuneigung zeichnet Isabel Coixet ihre Figuren. Selbst die Tatsache, dass es für Fahrlehrer und Fahrschülerin kein gemeinsames Happy End gibt, stört hier niemanden.
Die Darsteller sind zu gut. Sie erfüllen die Erwartungen des Publikums auch ohne die ausgetretenen Pfade eines künstlich herbeigeführten Happy Ends noch breiter zu treten.
Ein Feel-Good Movie ohne schwülen Sex.