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© Wild Bunch

2025
Original-Titel: 
Arco
Filmstart in Deutschland: 
09.04.2026
L: 
89 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Der handgezeichnete französische Animationsfilm zeigt sowohl eine dystopische als auch eine utopische Zukunftsvision der vom Klimawandel bedrohten Welt und begeistert durch jede Menge fantasievoller Einfälle.

Bewertung: 4
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Wir schreiben das Jahr 2932: Die Menschen haben sich von der Erde zurückgezogen, um ihr die Chance zur Erholung zu geben; sie nennen es »die große Brache«. Ihre Behausungen ragen auf Stelzen in den Himmel – Wolkenkuckucksheime, wenn man so will –, und sie leben als Selbstversorger im Einklang mit der Natur. Und reisen durch die Zeit. Dafür ist der zehnjährige Arco noch zu jung, doch er will unbedingt die Dinosaurier sehen. Also klaut er eines Nachts das Reisecape seiner älteren Schwester und stürzt sich buchstäblich ins Abenteuer. Mangelnden Mut kann man ihm nicht vorwerfen. Allerdings hat das Reiseverbot für kleine Jungs einen guten Grund, wie Arco rasch feststellt, als er durch den Zeitstrom weniger manövriert denn taumelt. Um sodann ganz wannanders als gewünscht zu landen: Im Jahr 2075 ist die Umweltkatastrophe der Alltag; gegen Feuersbrünste, Überschwemmungen und Stürme schützen riesige transparente Glocken, die sich bei Bedarf über den Siedlungen der Menschen schließen; während die Erwachsenen irgendwo irgendwas vermeintlich Wichtiges machen, kümmern sich Roboter um die Kinder und den ganzen Rest. In dieser Welt nun wird der abgestürzte Zeitreisende von dem etwa gleichaltrigen Mädchen Iris aufgenommen, die mit ihrem kleinen Bruder und einem Haushaltsroboter zusammenlebt und sich nach einem Hoffnungsschimmer und einer Wendung zum Guten sehnt.

Gleich zwei unterschiedliche Zukunftsszenarien entwirft der französische Comicautor und Grafiker Ugo Bienvenu in seinem oscarnominierten Animationsfilmdebüt »Arco«: ein dystopisches, das sich bereits ziemlich gegenwärtig anfühlt, und ein paradiesisches, das allerdings gleich zu Beginn verloren geht. Um sich im Verlauf der Erzählung wiederum als deren eigentliches Ziel zu erweisen. Denn Arco wird, indem er ihr die Ökosiedlungen in den Wolken schildert, in Iris die rettende Idee keimen lassen und solcherart die Zukunft sichern, aus der er gekommen ist. Und in die der Junge natürlich unbedingt wieder zurückwill, zumal sich ein nerdiges Trio unklarer Herkunft und Gesinnung an seine Fersen geheftet hat.

Zeitreisefilme kommen ja eher selten ohne Gehirnverknotung aus, und »Arco« bildet da keine Ausnahme. Viel wichtiger aber als kleinkarierte Bedenkenträgerei hinsichtlich Logik und Plausibilität der dem turbulenten Abenteuer zugrundeliegenden Wissenschaft ist ohnehin der generelle Optimismus, den Bienvenu in »Arco« verbreitet. Das macht ihn zu einem dringend notwendigen Film für große und kleine Menschen, die am Zustand der Welt zu verzweifeln drohen. »Arco« spendet Trost mit seiner strahlend-satten Buntheit, mit der Wärme, die der handgezeichneten Animation wesenseigen ist, mit den sorgsam charakterisierten Figuren, mit komischen, rührenden und aufregenden Szenen, mit lustigen und gewagten Einfällen. Vor allem aber mit dem Glauben, den er in Hilfsbereitschaft und Empathie setzt sowie, nicht zuletzt, in die unendliche Vorstellungskraft der Kinder. Es ist ihre Fantasie, die sie die Grenzen des Regelwerks überwinden und außerhalb dessen die (Er)Lösung finden lässt.

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