Aktuelles
05.09.2026
John Woo gilt als prägende Regiepersönlichkeit des modernen Hongkongkinos. Marcus Stiglegger über den »Maverick Director«, der sich selbst im Studiosystem Hollywoods einen unverwechselbaren Stil bewahrte.
01.09.2026
Am 2. September werden die 83. Filmfestspiele von Venedig eröffnet. Das Programm verheiratet einmal mehr Kinoprominenz und internationales Autorenkino. Oasis kommen auch.
19.08.2026
Werner Enke prägte mit »Zur Sache, Schätzchen« und seinem anarchischen Humor das Lebensgefühl einer Generation. Ein Rückblick auf den Schauspieler, Sprachkünstler und das unangepasste Kino der Münchner Gruppe.
17.08.2026
Russell T Davies spricht über seine neue Serie »Tip Toe«, wachsende Homophobie, Online-Hass und die Schattenseiten queerer Sichtbarkeit – und erklärt, warum gesellschaftlicher Fortschritt niemals selbstverständlich ist.







Falsche Darstellung
Das mit Hitchcocks Film "Rope" ist eine seit Ewigkeiten falsch aufrecht erhaltene Legende, die vermutlich ein unaufmerksamer oder laienhafter Filmkritiker einmal in die Welt gesetzt hat. Der Film ist überhaupt nicht so gedreht und geschnitten, dass (wie bei „Birdman“), dass nur alle zehn Minuten ein kaschierter Schnitt vorkäme und so die Illusion EINER ununterbrochenen Einstellung entstünde.
Ich lese das immer wieder, daher nehme ich meist an, dass Leute den Film gar nicht gesehen haben, denn es ist gar nicht versteckt und auch für jeden sichtbar, der kein Kinokenner oder Filmemacher ist. Man braucht nur ein oberflächliches Wissen von Filmsprache, um zu sehen, dass Hitchcock (bzw. sein Kameramann) alle 3 bis 5 Minuten auf einen schwarzen Gegenstand o.ä. zufährt — doch am Ende jeder Filmrolle des damals üblichen 35mm-Films zur Projektion im Saal gibt es einen konventionellen Schnitt, völlig unverschleiert, ganz einfach einen "normalen"/konventionellen Schnitt auf etwas anderes.
Früher konnte man im Kino ja immer sehen, wann der 35mm-Protektionist die Filmrolle wechseln musste, und das geschah oftmals nicht reibungslos, so dass anzunehmen ist, dass Hitchcock diese „Gefahr“ nicht erst eingehen wollte. Speziell mit den heute geübten Filmzuschaueraugen sind die etwa 5 Filmrollenenden wie auch die 15 oder mehr weniger offensichtlichen, technisch umperfekten Schnitte ganz einfach zu sehen.
Es ist eigentlich witzig (und auch ein bisschen albern), dass jeder einfach den Mythos des ununterbrochenen „One Take“ aufrechterhält statt einfach den Film (noch) einmal anzuschauen.