Aktuelles
03.06.2026
1976 skandalös, heute unbequem und konsequent: Nagisa Õshimas Erotikdrama »Im Reich der Sinne« (Ai no korîda) kommt am 11. Juni in ausgewählte Kinos.
31.05.2026
In über 60 Jahren hat er Fürsten und Outlaws, Krieger und Liebhaber gespielt, 2025 ist er gestorben. Tim Abele empfiehlt die Retro, die ihm das Japan-Filmfestival Nippon Connection widmet.
26.05.2026
Cristian Mungius »Fjord« gewann die Goldene Palme der 79. Filmfestspiele Cannes und den Preis der Ökumenischen Jury. Das Familiendrama über Kulturkonflikte im norwegischen Kinderschutzsystem spaltete das Publikum – und überzeugte die Jury.
20.05.2026
Satoshi Kons Langfilmdebüt »Perfect Blue« von 1997 kommt am 26. Mai endlich in ganzer Pracht auf die große Leinwand.




Werk ohne Autor, Kritik
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit langer Zeit habe ich nicht mehr einen solch tollen Film gesehen. Ich war total überwältigt, weil "Werk ohne Autor" mich sehr berührt hat. Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll. Ich bin Jahrgang 1949, mein Vater kam blind aus dem 2. Weltkrieg zurück, sein Vater war im 1. Weltkrieg gefallen, so dass diese verhängnisvollen Zeiten und ihre Folgen meine Kindheit und eigentlich mein ganzes Leben geprägt haben. Ein weiterer wichtiges Aspekt ist, dass mein Wohnort und mein Geburtsort in der Nähe von Hadamar liegen, wo ich auch zur Schule ging. Dort wurden während der NS-Zeit mehr als 13.000 behinderte Menschen umgebracht, weshalb mich auch die im Film zweimal gezeigte Szene mit dem "Krankenwagen" so berührt hat, dass sie mir nicht mehr aus dem Kopf geht.
Außerdem fand ich die eigentliche Handlung, nämlich das Leben Gerhard Richters und das Verstehen seiner künstlerischen Laufbahn und seiner Aussage, äußerst gut dargestellt.
Ein großes Lob für alle Schauspieler und den Regisseur.
Viele Grüße
Hans-Georg Heftrig