Aktuelles
14.09.2026
Überraschung bei den Filmfestspielen Venedig: »Kvinde, ukendt« gewinnt den Goldenen Löwen und Mathilde Arcel den Darstellerinnenpreis. Der hoch gehandelte Dokumentarfilm »NAZA« erhält nur einen Spezialpreis.
12.09.2026
Marie Kreutzer, geboren 1977 in Graz, studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Filmakademie Wien. Ihr Langfilmdebüt »Die Vaterlosen« lief 2011 bei der Berlinale und gewann den Großen Preis der Diagonale. »Der Boden unter den Füßen« konkurrierte 2019 um den Goldenen Bären. International bekannt wurde Kreutzer mit »Corsage« (2022) mit Vicky Krieps, der in der Cannes-Sektion Un Certain Regard Premiere feierte. Mit ihrem aktuellen Film »Gentle Monster« wurde sie im Mai erstmals in den Wettbewerb von Cannes eingeladen
12.09.2026
Miese Dates, tolle Freundinnenschaft: Katja von Garniers Publikumshit von 1993 kommt ab 17.9. in ausgewählte Kinos.
11.09.2026
Kurz vor der Preisverleihung der Filmfestspiele Venedig ragen vier Werke aus einem durchwachsenen Wettbewerb heraus. Vor allem der Dokumentarfilm »Naza« entfaltet politische Sprengkraft.






Lob für "Verborgene Schönheit"
Es mag nun sein, dass ich einfach nicht gut genug mit der Materie vertraut bin und ergo vielleicht auch nicht durch die Brille einer sogenannten "Expertin" zu schauen vermag, wenn ich anmerke, dass "Verborgene Schönheit" für mich einen Film darstellt, den man unbedingt gesehen haben sollte - in der Tat habe ich schon seit längerer Zeit keinen Film mehr gesehen, der derart tiefgründig ist und mit einer solchen Wucht unter die Haut geht, dass es einem abwechselnd kalt und heiß wird. Die unendliche Verzweiflung des trauernden Vaters und sein von Rückschlägen geprägter Kampf, sich aus dem tiefen Sumpf der Dunkelheit zu befreien, die Besorgnis - und zuweilen das Unverständnis - der Freunde sowie die Weisheiten von "Tod", "Zeit" und "Liebe" über das Leben erscheinen mir keineswegs "banal selbstgefällig", sondern vielmehr absolut authentisch bzw. ungemein wahr (obgleich sicherlich schmerzhaft). Und obgleich Verlust, Sehnsucht und Vermissen angesichts der Thematik allgegenwärtig sind, so wird dennoch absolut deutlich: Hoffnung gibt es immer und Hilfe ebenso, wenn man sich ihr gegenüber nur öffnet - ein ungemein tröstlicher (und wahrer) Gedanke, finde ich.
Ich war einst in einer ganz ähnlichen Situation und - sicher, das mag mir die Objektivität der professionellen Kritikerin nehmen; andererseits, sind nicht irgendwo doch alle Rezensionen primär subjektiv? - fühlte mich nicht nur an damalige Tage erinnert, sondern vielmehr verstanden. Gerade die Szene, in der Howard dem Tod all jene Dinge entgegen pfeffert, mit denen andere Leute in der Vergangenheit versucht hätten, ihm Trost zu spenden, sei an dieser Stelle genannt. Derartiges bei mir zu bewirken, hätte ich bis dato keinem Filmemacher zugetraut.
Ganz besonders haben mir übrigens die letzten Szenen gefallen, denn eine solche Wendung habe ich nun wirklich nicht kommen sehen. Vielleicht ist Howards Benehmen auch etwas überspitzt dargestellt, aber ich finde das keinesfalls störend, sondern von der Symbolik her durchaus nachvollziehbar. Im Verbund mit der Musik und den fallenden Dominosteinen ist das jedenfalls grandios gelöst.