DVD-Tipp: »The Outpost«

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In memoriam of

Kugeln hageln aus dem Hinterhalt, Mörsergranaten detonieren, Staub wird aufgewirbelt. Tief im Hindukusch an der Grenze zu Pakistan wurde Camp Keating in einem Talkessel errichtet. Die hier stationierten US-Soldaten haben selbst für einen Einsatz in Afghanistan ein schweres Los gezogen. Das unübersichtliche Terrain, die Abgeschiedenheit und Versorgungsengpässe setzen der Truppe schwer zu. Alle fürchten die Großoffensive der Taliban – und sie kommt. Auf verlorenem Posten beweist eine Handvoll schlecht ausgerüsteter Soldaten Kampfgeist, Überlebenswillen und Kameradschaft.

Rod Luries »The Outpost« basiert auf wahren Begebenheiten. Höhepunkt des Films ist die Schlacht von Kamdesh am 3. Oktober 2009, die als Planungsfiasko in die US-Militärgeschichte einging. Das halbstündige Bonusmaterial der DVD gibt Einblicke, welcher Aufwand getrieben wurde, um den Außenposten möglichst realitätsnah nachzubauen und die Atmosphäre unter den Soldaten für die Schauspieler greifbar zu machen. Acht Tote und 27 Verletzte hatten die US-Streitkräfte zu beklagen. Dem Andenken jedes Einzelnen – nicht nur als Soldat, sondern als Mensch – wird im Film Raum gegeben: Wir lernen beispielsweise Captain Keating (Orlando Bloom) als selbstlosen und humorvollen Menschen kennen. Und gegen die Regeln des Blockbusterkinos stirbt der bekannteste Star des Ensembles recht unvermittelt bei einer nächtlichen Überfahrt nach circa 20 Minuten Spielzeit. So plötzlich sterben fast alle näher porträtierten Soldaten dahin. Und der Krieg geht ohne Atempause weiter.

»The Outpost – Überleben ist alles« hat trotz vieler Gefechtsszenen insgesamt eine andächtige Stimmung. Verbrüderungsrituale und Rangeleien, Anrufe nach Hause und sogar Therapiegespräche werden offen und ungeschönt gezeigt. Bei aller Nähe zum Kriegsalltag ist aber doch der Fokus stark verengt: Talibankämpfer, die Zivilbevölkerung, der Ältestenrat des Dorfes bleiben das gesichtslose Andere. In der Andacht an die Gefallenen ist scheinbar kein Raum für Differenzierung oder gar Empathie für die Opfer auf der anderen Seite des Schlachtfelds. 150 Talibankämpfer sind gefallen. Diese Zahl bleibt unerwähnt.

 



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