Die Preise des 24. Filmfestivals von Cottbus

»Überraschend harmonisch«
»Klass Korrektsi« (2014)

Der Gewinner des Festivals des osteuropäischen Films soll für die Jury diesmal erstaunlich schnell festgestanden haben

„Wir waren uns bei dem Hauptpreisträger auf Anhieb einig, allerdings kamen bei den weiteren Preisvergaben schon Diskussionen auf, die aber mit demokratischen Mitteln beigelegt werden konnten", erzählte Jury-Mitglied Vladimir Burlakov nach der Preisverleihung am Sonntag, den 9. November.

Der Jury-Konsens über den Hauptpreis für den besten Film fiel auf den russisch-deutschen Beitrag Klass Korrektsii (Class Correction) von Ivan I. Tverdovsky, der die fehlende integrative Praxis an Schulen anprangert und ein Plädoyer für gemeinsames Lernen ist. Dotiert ist der Hauptpreis mit 20.000 Euro, die an Regisseur und Produzenten aufgeteilt werden. Der Film erhielt auch den Preis der Jury des internationalen Filmkritikerverbands FIPRESCI.

Ein Vater mit seiner Tochter in der Steppe Kasachstans spielen in Ispytanie (Der Test) die Hauptrolle, der einen Blick in ein dunkles Kapitel der sowjetischen Militärgeschichte wirft, wofür der russsische Regisseur Alexander Kott den Spezialpreis für die beste Regie erhalten hat.

In der ungarisch-französischen Produktion Szabadesés (Freier Fall), einem surrealen Episodenreigen, der durch den versuchten Selbstmord seiner Hauptdarstellerin ausgelöst wird, brilliert Piroska Molnár und hat dafür den Preis für eine herausragende Darstellerin bekommen. Als herausragender männlicher Darsteller wurde Emir Hadžihafizbegović für seine Rolle in Takva su Pravila (So sind die Regeln) ausgezeichnet. Überzeugend spielt er einen jungen Mann, der in einer verrohten Gesellschaft und endlos bürokratischen Prozessen versucht, für sein Recht einzustehen.

Eine lobende Erwähnung ging an Tri Dritare Dhe Një Varje (Drei Fenster und ein Strick), der die Verdrängung des Kosovo-Kriegs und seiner Folgen eindringlich inszeniert und damit Kosovos Beitrag zur Vorauswahl für den "Auslands-Oscar" geliefert hat, und in Cottbus auch mit dem „Dialog–Preis für die Verständigung zwischen den Kulturen“ ausgezeichnet wurde.

Im Wettbewerb Kurzspielfilm ging der Hauptpreis an den rumänischen Regisseur Daniel Sandu für Cai Putere (Pferdestärken). Mit dem Spezialpreis wurde der estnische Beitrag Olga von Kaur Kokk ausgezeichnet und, die lobende Erwähnung erhielt Peregon (Die Schafherde), ein kirgisischer Kurzfilm von Ruslan Akun.

Das junge Filmschaffen fand im U18 Deutsch-Polnischen Wettbewerb Jugendfilm Beachtung. Den Preis für den besten Jugendfilm erhielt eine deutsch-kasachische Produktion Poka heisst Tschüss auf Russisch von Anna Hoffmann.

Gleich dreifach ausgezeichnet wurde der tschechische Film Maria Stock von Jan Březina, mit "Cottbus ins Kino" – Preis zur Förderung des Verleihs eines Festivalfilms, dem Förderpreis der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten und dem Cottbus Discovery Award.

Der Preis für den besten Debütfilm ging an Štepán Altrichter für Schmitke, eine deutsch-tschechische Produktion über einen gelangweilten deutschen Architekten, dessen Leben in Fahrt gerät, als er unvermittelt in den böhmischen Teil des Erzgebirges versetzt wird, wo für ihn eine skurrile Selbst- und Fremderkundung beginnt.

Das Publikum hat dieses Jahr "Simindis Kundzuli" ("Die Maiinsel") ausgezeichnet, der bereits beim Filmfestival Karlovy Vary den Hauptpreis erhalten hat. In der Cottbuser FilmSchau ging der Hauptpreis an "Warum wir hier sind" von Jeanette Karstaedt und Heino Neumann's Film "Wir Kinder aus der DDR". Den Sonderpreis der Stiftung für das sorbische Volk erhielt Hagen Kammbach für "Konec Sveta" und der Publikumspreis in der Filmschau wurde ebenfalls an "Warum wir hier sind".

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