Kritik zu Ritter Rost

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2012
Original-Titel: 
Ritter Rost - Eisenhart & voll verbeult
Filmstart in Deutschland: 
10.01.2013
L: 
90 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Recycling spielt eine wichtige Rolle in den Kinderbüchern um den Ritter aus Schrott. Nun hat Thomas Bodenstein mit den Stimmen von Rick Kavanian und Tom Gerhardt die Vorlage in einem 3D-Animationsfilm recyclet

Bewertung: 3
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Er ist der Held des Chaos, einer, der Gutes will und doch nur Verwirrung stiftet. Vielleicht lieben Kinder den Ritter Rost gerade wegen seiner Tollpatschigkeit. In den neunziger Jahren haben sich Jörg Hilbert und Felix Janosa die aus Schrott bestehende Welt des Ritters ausgedacht und sich bei seiner Figur von einer alten Registrierkasse und der Front eines Peugeot 404 inspirieren lassen. Natürlich war das eine Volte gegen die Wegwerfmentalität, und der Charme des Verbrauchten weht bis heute durch die inzwischen millionenfach verkauften Bücher und Tonträger – denn die Musik und freche Couplets gehörten immer schon zum Konzept.

Die skurrile Schrottwelt von Ritter Rost eignet sich vorzüglich für einen Film, noch dazu einen in 3D. Und so gehört die Plastizität und die Lust am Mechanischen, am technischen Detail, auch zu den Stärken dieses Films, dessen Geschichte lose an die Bücher angelehnt ist. Ritter Rost haust auf seiner abseits gelegenen Burg zusammen mit dem Burgfräulein Bö in einer, um es vorsichtig zu formulieren, ungeklärten Beziehung, zieht mit seinem Pferd Feuerstuhl auf ein Ritterturnier und wird dort des – ungewollten – Diebstahls überführt. Er verliert seine Burg und Bö. Die verfällt seinem Konkurrenten Prinz Protz, der sie, als sie ihn durchschaut, kidnappt und die Herrschaft über das ganze Schrottland an sich zu reißen versucht. Doch zum Glück hat er dabei Ritter Rost und seine Freunde unterschätzt . . .

Der ambivalente Charakter von Ritter Rost, der eigentlich ein Versager und doch eitel ist, hat sich zum Glück auch in den Film gerettet, die Tolldreistigkeit des Hausdrachen leider nicht, und die Figur Bö mit ihrer Vorliebe für schöne Kleider, schöne Prinzen und gut funktionierende Nähmaschinen ist ein bisschen arg retro geraten – man könnte auch sagen: konservativ. Aber auch wenn der Film deutlich niedlicher geworden ist als die Vorlagen: Über den turbulenten Slapstick des Films amüsieren sich die Kinder.

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