Kritik zu Die Gangster Gang

© Universal Pictures

Tarantino (re)animiert: In der neuen DreamWorks-Produktion wird ein Gangsterquintett nach dem Scheitern des großen Coups in ein Resozialisierungsprogramm geschickt

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Sie heißen Mr. Wolf, Mr. Snake, Mr. Piranha, Mr. Shark und Ms. Tarantula – die Namen werden comicartig ins Bild eingeblendet –, und zusammen sind sie »die Gangster Gang«. Da weiß jeder Filmfan, der nicht gerade vor 1992 in einen Tiefschlaf verfallen und eben erst aufgewacht ist, was Sache ist. Quentin Tarantino lässt grüßen bei diesem Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks. Popkulturelle Referenzen zählten ja schon zu Zeiten, als noch Jeffrey Katzenberg die Geschicke des Studios leitete, zu dessen Eigenheiten; jetzt, nach dem Andocken bei Universal und unter Führung von Margie Cohn, setzt sich das fort. 

Wenn der Film mit einem langen Dialog zwischen Mr. Wolf und Mr. Piranha in einem Diner beginnt, hat der Zuschauer schon einen Anfangsverdacht – gemischt mit berechtigter Skepsis in Erinnerung an die zahlreichen Tarantino-Klone im Kino der neunziger Jahre, mit coolen, philosophierenden Gangstern, trockenen Dialogen und harten Gewaltdarstellungen.

»Die Gangster Gang« folgt dann allerdings doch auch klassischen Mustern, etwa dem des großen Coups, nach dem sich alle Beteiligten zur Ruhe setzen können. Natürlich sind die Mitglieder des ungleichen Quintetts – der Wolf, die Schlange, der Piranha, der Hai und die Spinne – jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet, zwischen funktional (die Tarantel ist eine Hackerin) und absurd (der Hai ist ein Meister der Verkleidung). Der geplante Diebstahl des Pokals bei einer Preisverleihung läuft dann mit der Präzision eines Uhrwerks ab, geht aber am Ende doch schief. Daran schließt sich eine Erzählung an, in der Prof. Marmalade, ein philantrophisch veranlagtes Meerschweinchen, versucht, die Gangster zu guten Menschen zu machen. Aber nicht nur die fünf haben andere Pläne . . .  Stellt der Film damit inhaltlich die Zuschreibungen von Gut und Böse infrage, so bleibt er in Erinnerung vor allem durch seine dynamische Inszenierung.

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