Aktuelles
20.07.2026
Auf anspruchsvolle Rollen als Schauspielerin ist Jessica Chastain schon ihre ganze, mit Regisseuren wie Terrence Malick und Ralph Fiennes begonnene Karriere über spezialisiert. Seit geraumer Zeit treibt sie nun solche Projekte auch als Produzentin voran. Ihr neuester Streich in der Doppelfunktion vor und hinter der Kamera ist nun das politisch aufgeladene Beziehungsdrama »Dreams – Gefährliches Verlangen« von Michel Franco.
16.07.2026
Lange waren seine Filme wegen strittiger Rechte unsichtbar. Nun wurden sie restauriert: ein Werk von faszinierender, abgründiger Intimität. Gerhard Midding über einen großen Solitär im französischen Kino.
28.06.2026
Isao Takahata schuf 1988 einen herzzerreißenden Anime über das Leid von Kindern im Krieg.
23.06.2026
Regina Schilling, geboren 1962 in Köln, ist Dokumentarfilmerin und Autorin. Zu ihren bekanntesten Werken zählen »Leben nach Microsoft«, »Geschlossene Gesellschaft«, »Titos Brille«, »Kulenkampffs Schuhe« und »Igor Levit – No Fear«. In ihren oft preisgekrönten Arbeiten verbindet sie persönliche Erfahrungen mit deutscher Zeitgeschichte und beleuchtet Fragen von Identität und Erinnerungskultur.




Die Theorie von Nichts
Ich empfand den Einbau der Quantentheorie als gelungenes Stil-Mittel um auf diese Weise zu zeigen, was das Leben ausmachen könnte. Der Doktorvater versucht sich an das zu halten was messbar scheint, auch wenn er daraufhin das eigene Erlebte leugnen muss. Der Protagonist jagt vehement einer Ahnung hinterher und geht letztlich daran zu Grunde. In diesen beiden Figuren spiegelt sich die Tragik zwischen den philosophischen Idealismus und Materialismus gekonnt wider. Der Film erzählt vieles, vielleicht alles und trotzdem entgleitet das Erzählte, den Figuren ebenso wie den Zuschauer wieder, als wäre die Wirklichkeit selbst nur ein großer Glitch. Letztlich fühlt der Protagonist sich einsam in einer Welt unendlicher Möglichkeiten, die Menschen sind nur noch Geister, beliebig, eine gähnende Leere. Überdauern und somit Wahrhaftig ist nicht die Wirklichkeit oder ihre Theorie (welche ja keine Gehör findet), sondern das Gefühl, eine Zwischenmenschliche Verbindung, die nicht an Raum und Zeit gebunden scheint, ähnlich der Verschränkung selbst. Ich fand den Film gut, falls dies das neue Deutsche Kino ist, dann weiter so.