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Gerhard Midding

Bei strengen Literaturkritikern hatte sie hier zu Lande keinen leichten Stand. Das mag nicht zuletzt an der hiesigen Begeisterung für Raymond Chandler gelegen haben, der bekanntlich nicht nur selbst brillante Krimis, sondern auch mit kennerischer Schärfe über die Arbeit der Konkurrenz schrieb. Die von Agatha Christie ertrug er partout nicht.

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Im letzten Monat hatte ich eine überaus erfreuliche Begegnung mit einer Filmhistorikerin, deren Gründlichkeit mich unlängst um einen Auftrag gebracht hatte. Die Umstände dieser Verhinderung waren womöglich interessanter, als es der Text geworden wäre. Was wiederum zum Thema passte, denn es ging um einen Film, den der Regisseur weit weniger spannend fand als dessen ziemlich turbulente Dreharbeiten.

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Eines meiner Lieblingszitate von François Truffaut erfuhr ich von der Schauspielerin Marie-France Pisier, die Anfang der 1960er von ihm entdeckt wurde und in zwei Episoden seines Antoine-Doinel-Zyklus' auftrat, »Liebe mit Zwanzig« und »Liebe auf der Flucht«. Ein Drehbuch, sagte er einmal zu ihr, ist ein Glücksversprechen. Bleiben wir ruhig beim Original, »une promesse de bonheur«, da es in diesem Eintrag um zwei frankophone Projekte geht.

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Uns war von Anfang an klar, dass der Artikel bei seinem Erscheinen Makulatur sein würde. Nicht einmal ein später Redaktionsschluss hätte geholfen. Aber ebenso klar war, dass man unbedingt etwas zur Bieterschlacht um Warner Brothers bringen müsste.

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Die Feiertage verbrachte ich ganz ohne Kolleginnen und Kollegen. Vielleicht gerade deshalb kam immer wieder die Frage nach dem besten Film von 2025 auf den Tisch. Der Konsens in jeder Runde war: »One Battle After Another«. Erstaunt hat mich das schon ein wenig, obwohl mir natürlich klar war, dass er den Nerv des Jahres trifft.

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Um die Wendersfilme abzuzählen, die Spaß machen, wäre eine Hand schon zu viel. Der alte Witz mit den Männern vom Sägewerk trifft es viel eher. Ihre Qualitäten liegen wahrscheinlich anderswo. Gleichviel, heute gilt es, einen Ausreißer zu feiern: »Die Gebrüder Skladanowsky«.

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Allwöchentlich laufen so viele Filme an, dass manche Titel schlicht unter dem Radar verschwinden. Der Esel Goschka, die Hündin Mila, die vermaledeite Katze und all das andere Getier im bulgarischen Bergdorf beispielsweise kamen bislang noch nicht bei epdFilm vor. Das muss sich schleunigst ändern, denn Eliza Petkovas »Stille Beobachter«, der in dieser Woche bei uns anläuft, ist ganz außerordentlich. Im Wettbewerb des DOKfest in München hat der bulgarische Beitrag den Hauptpreis gewonnen.

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Das Ende von Hollywood, das gerade viele Beobachter angesichts der möglichen Übernahme von Warner Bros durch Netflix prophezeien, scheint erst einmal abgewendet. Paramount bietet etliche Milliarden mehr. Dabei fiel der Anfang vom Ende eigentlich schon in die Ära, als einige der Majors noch ihren Gründern gehörten. Genauer gesagt in das Jahr 1957.

Gerhard Midding

Um Verwechslungen zu vermeiden, strich er vorsichtshalber den letzten Buchstaben aus seinem Nachnamen. Das half natürlich nichts. Meist bekam Oscar Straus dann doch das zweite »s« verpasst. Das war sogar in den Vorspannen der Filme der Fall, für die ihn sein Freund Ernst Lubitsch und sein großer Bewunderer Max Ophüls verpflichteten. Ein Wiener, der so schwungvolle Melodien komponierte, musste einfach ein Strauss sein.

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Mein Jurykollege Philippos Chatzikos berichtete, dass der griechische Staat seine Bürger verpflichtet, mindestens ein Drittel ihrer Geldgeschäfte bargeldlos abzuwickeln. Diese Maßnahme wurde offiziell ergriffen, um der weit verbreiteten Steuerhinterziehung entgegenzuwirken. Aber ich vermute, die Gründe dafür liegen tiefer. Denn in den griechischen Wettbewerbsbeiträgen begegnete uns eine ganz andere Art von Schattenwirtschaft.