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Gerhard Midding

Von den kartellrechtliche Bedenken gegen eine Fusion von Netflix und Warner Brothers, die das Weiße Haus im Dezember anmeldete, war lange nichts mehr zu hören. Ungeachtet dessen hat der US-Präsident als Privatmann inzwischen Anteile an beiden Unternehmen erworben, laut Reuters im Wert von etwa zwei Millionen Dollar. Ob das im Sinne seines Intimus Larry Ellison ist, darf man bezweifeln. Die interessantere Frage wäre, welcher Interessenkonflikt schwerer wiegt.

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Man könnte es einen prophetischen Zufall, dass ein Gutteil der Alben, die ich in meiner Jugend kaufte, Soundtracks waren. Die dazugehörigen Filme habe ich in den seltensten Fällen gesehen (Shaft, Claudine), einige könnte ich mal nachholen (Superfly, Mahogany), von anderen hat man danach nie wieder gehört ("That's the Way of the World"), bei manchen hegte ich gar Zweifel, ob es sie überhaupt gibt (Cornbread, Earl and Me).

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Als Donald Trump im Oktober letzten Jahres den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen ließ, fiel der Abrissbirne auch der legendäre Kinosaal zum Opfer. Er wurde auf Geheiß von Franklin D. Roosevelt errichtet und gehört nun zu den zahlreichen Errungenschaften seiner Präsidentschaft, die der amerikanischen Rechten seither ein Dorn im Auge waren und von seinen republikanischen Nachfolgern regelmäßig beseitigt wurden.

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Bei strengen Literaturkritikern hatte sie hier zu Lande keinen leichten Stand. Das mag nicht zuletzt an der hiesigen Begeisterung für Raymond Chandler gelegen haben, der bekanntlich nicht nur selbst brillante Krimis, sondern auch mit kennerischer Schärfe über die Arbeit der Konkurrenz schrieb. Die von Agatha Christie ertrug er partout nicht.

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Im letzten Monat hatte ich eine sehr erfreuliche Begegnung mit einer Filmhistorikerin, deren Gründlichkeit mich unlängst um einen Auftrag gebracht hatte. Die Umstände dieser Verhinderung waren womöglich interessanter, als es der Text geworden wäre. Was wiederum zum Thema passte, denn es ging um einen Film, den der Regisseur weit weniger spannend fand als dessen ziemlich turbulente Dreharbeiten.

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Eines meiner Lieblingszitate von François Truffaut erfuhr ich von der Schauspielerin Marie-France Pisier, die Anfang der 1960er von ihm entdeckt wurde und in zwei Episoden seines Antoine-Doinel-Zyklus' auftrat, »Liebe mit Zwanzig« und »Liebe auf der Flucht«. Ein Drehbuch, sagte er einmal zu ihr, ist ein Glücksversprechen. Bleiben wir ruhig beim Original, »une promesse de bonheur«, da es in diesem Eintrag um zwei frankophone Projekte geht.

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Uns war von Anfang an klar, dass der Artikel bei seinem Erscheinen Makulatur sein würde. Nicht einmal ein später Redaktionsschluss hätte geholfen. Aber ebenso klar war, dass man unbedingt etwas zur Bieterschlacht um Warner Brothers bringen müsste.

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Die Feiertage verbrachte ich ganz ohne Kolleginnen und Kollegen. Vielleicht gerade deshalb kam immer wieder die Frage nach dem besten Film von 2025 auf den Tisch. Der Konsens in jeder Runde war: »One Battle After Another«. Erstaunt hat mich das schon ein wenig, obwohl mir natürlich klar war, dass er den Nerv des Jahres trifft.

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Um die Wendersfilme abzuzählen, die Spaß machen, wäre eine Hand schon zu viel. Der alte Witz mit den Männern vom Sägewerk trifft es viel eher. Ihre Qualitäten liegen wahrscheinlich anderswo. Gleichviel, heute gilt es, einen Ausreißer zu feiern: »Die Gebrüder Skladanowsky«.

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Allwöchentlich laufen so viele Filme an, dass manche Titel schlicht unter dem Radar verschwinden. Der Esel Goschka, die Hündin Mila, die vermaledeite Katze und all das andere Getier im bulgarischen Bergdorf beispielsweise kamen bislang noch nicht bei epdFilm vor. Das muss sich schleunigst ändern, denn Eliza Petkovas »Stille Beobachter«, der in dieser Woche bei uns anläuft, ist ganz außerordentlich. Im Wettbewerb des DOKfest in München hat der bulgarische Beitrag den Hauptpreis gewonnen.