"Was tut sich?" mit Pauline Roenneberg

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Ein Patriarch stirbt an seinem 100. Geburtstag und hinterlässt eine Familie, deren Geheimnisse sich zwischen schwarzem Humor und schmerzhaften Enthüllungen auflösen. Über ihr Spielfilmdebüt spricht Pauline Roenneberg mit epd-Film-Autor Jens Balkenborg

Am Morgen seines 100. Geburtstags liegt Herrmann tot im Bett, Tabletten in der Hand. Während seine Frau Marianne den mutmaßlichen Suizid verdrängt, versuchen Tochter Valerie und Enkelin Fanny, den Schein zu wahren. Doch hinter der Geburtstagsfeier lauern Konflikte: Valerie verschweigt Fanny, wer ihr Vater ist, ihre Geschwister sind zerstritten, die Hausangestellte lässt das Testament verschwinden.

Pauline Roennebergs »Kalter Hund« entfaltet ein Familiendrama mit schwarzem Humor. Über den Lebenden stehen drei Tote: der Patriarch, den alte Privatfilme als Tyrannen zeigen, seine erste Frau und der jüngste Sohn. Deren Schicksale sind Tabus, die eine Familienaufstellung aufbricht. Zwischen Enthüllungen, Ausbrüchen und beredtem Schweigen werden die Figuren komplexer, aber kaum sympathischer. Wenn Fanny nach Opas NS-Vergangenheit fragt, rettet sich Marianne in eine Widerstandslegende. Ein Faschistentreffen in der Nähe verlängert die Verdrängung bis in die Gegenwart.

Beachtlich ist die Intensität dieses Kinodebüts: Ohne ausformulierte Dialoge gedreht, aus Improvisationen entwickelt und im Schnitt verdichtet, lässt es familiäre Machtkämpfe schmerzhaft spürbar werden.

Pauline Roenneberg, 1984 in München geboren, studierte Dokumentarfilmregie an der HFF München. Für »Ein gewisses Zimmer« erhielt sie 2013 den Starter-Filmpreis der Stadt. Ihre Abschlussserie »Früher oder später« gewann 2018 den FFF-Förderpreis beim DOK.fest München und den No Fear Award bei First Steps. »Kalter Hund« produzierte sie mit Felix Bärwald selbst.

 

Film und Werkstatt-Gespräch am 10.11. ab 20.15 Uhr

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt 
Karte

Vorverkauf an der Museumskasse
Di – So 10 Uhr bis 18 Uhr
Tel.: +49 69 961 220 – 220
kinokasse@dff.film

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