DVD-Tipp: Blu-rays mit Making-of

Am Set von »Wuthering Heights« (2026). © Warner Bros. Pictures

Am Set von »Wuthering Heights« (2026). © Warner Bros. Pictures

Werkstätten der Kinomagie

Set-Design, Kostüme, Make-up: Blu-rays großer Filmproduktionen geben im Bonusmaterial Einblicke in die Entstehungsprozesse. Ein paar aktuelle Beispiele.

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Hier die Schauspieler, die verkabelt und verdrahtet mit schwarzen Markerpunkten auf der Haut und Mikro vor dem Gesicht in einer Sporthalle wie Zirkusakrobaten über Metallgerüste und Holzpodeste turnen. Dort die magischen Landschaften des fiktiven Planeten Pandora, in denen sich wundersame blaue Geschöpfe flink durch tropische Dschungellandschaften hangeln und auf Flugdrachen und Wassersauriern reiten. Unter dem Titel »Igniting the Flame« eröffnet eine ganze Blu-ray mit rund dreieinhalb Stunden Bonusmaterial einen Blick in die Kulissen von »Avatar: Fire and Ash«, von den ersten Ideen im Writer's Room bis zum fertigen Film. Die Gegenüberstellungen als Vorher-Nachher-Splitscreen schlagen eine Brücke zwischen Realität und Illusion und vermitteln anschaulich, wie reale und digitale Welten miteinander verschmelzen, wie die Emotionen der Schauspieler durch die digitalen Masken schimmern. Das sei pure Imagination und damit die Essenz von Schauspiel, erklärt Sam Worthington, und in Sigourney Weavers Augen blitzt kindlicher Schalk, wenn sie davon schwärmt, ein 14-jähriges Mädchen zu spielen. Eine verjüngende Wirkung anderer Art hat dieser enorme kreative und technische Aufwand offenbar auf den inzwischen 72-jährigen James Cameron, der energiestrotzend mit der Kamera durch seine Sets tobt und Schauspielern Kampfchoreografien vorführt. Man ist dabei, wenn Fluchtwege durch einen hypermodernen Industriekomplex konzipiert und geprobt werden, wenn wendige Wasserscooter die geschmeidigen Bewegungen der Kreaturen ermöglichen und Kostüme zum integralen Teil der Narrative werden, wie der von Regenwaldstämmen inspirierte Körperschmuck der Ash-People. Und man hat Zeit, die schönste Schöpfung des dritten »Avatar«-Films zu bestaunen: die Luftgondeln der Windtrader, ein mehrstöckiges Korbgeflecht aus Tauen, unter einem schimmernden Medusenschirm, das von fliegenden Rochen durch die Luft gezogen wird.

Deutlich analoger war der Ansatz von Maggie Gyllenhaal bei ihrer Neuinterpretation von Frankensteins Braut in »The Bride!«. Im aus vier Featurettes (insgesamt gut 30 Minuten Länge) bestehenden Bonusmaterial erläutert sie den Look als Punkversion der Dreißigerjahre. Die Kostüme von Sandy Powell entwickeln auch hier eine ausgeprägte erzählerische Kraft: die Tintenblut-Tattoos auf Jessie Buckleys Haut und ihr platinblonder Haarschopf mit Art-déco-Welle ebenso wie der Anzug von Christian Bale, der wie Frankensteins Körper aus vielen verschiedenen Stoffen und Anzugteilen zusammengeflickt ist.

Während die Braut den ganzen Film lang nur ein leuchtend oranges Kleid trägt, das sich im Lauf der Erzählung verändert, hat Kostümbildnerin Jacqueline Durran in Emerald Fennells »Wuthering Heights« allein für Margot Robbie 51 Roben entworfen und schwelgt nur so in dramatischen Farben und Formen. Statt die Geschichte historisch zu erzählen, imaginiert Fennell zusammen mit Durran und Ausstatterin Suzie Davies die überbordende Märchenversion eines Technicolor-Melodrams aus den Fünfzigerjahren, mit spektakulären Räumen, erotisch aufgeladenen Buffets, zahlreichen Anspielungen auf eine in Korsetten und Vitrinen ruhiggestellte wilde Natur und im Kontrast dazu das malerisch verfallene Wuthering Heights. Sowohl Fennell als auch Durran und Davies sprechen in drei Featurettes (gut 23 Minuten Länge) über ihre Arbeit.

In »Der Teufel trägt Prada 2« wiederum sind die Kostüme das thematische Zentrum der Modewelt, von der hier erzählt wird. Während die Bonus-Featurettes nur an der Oberfläche kratzen, stellt der Audiokommentar mit Regisseur, Drehbuchautorin und Kostümbildnerin (die stolz von ihren Vintage-Funden erzählt) ein engmaschiges Netz von Insiderbezügen zwischen den beiden Filmen her. Während für den ersten Film noch fiktives Modedesign bemüht werden musste, haben jetzt die größten Modehäuser bereitwillig ihre Kollektionen zur Verfügung gestellt und einige ikonische Stücke sogar für den Film entworfen, wie das leuchtend rote Balenciaga-Abendkleid mit der Kragenskulptur, das Miranda in der ersten Szene trägt.

VÖ: 12. Juni 2026

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VÖ: 4. Juni 2026

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VÖ: 14. Mai 2026

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VÖ: 7. August 2026

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