E-Mail an... Nikolaus Geyrhalter

Kurz angefragt, schnell beantwortet. Prominente über ihre Vorlieben und Filmerfahrungen
Nikolaus Geyrhalter

Nikolaus Geyrhalter

Nikolaus Geyrhalter, 47, Regisseur, Produzent und Kameramann, ist Österreichs wichtigster Dokumentarist (»Unser täglich Brot«).
Am 4.7. startet sein neuer Film »Erde«

Der erste Film, den Sie im Kino gesehen haben?

Der erste, der mir in Erinnerung geblieben ist, war »Koyaanisqatsi«. Meine Eltern haben mich ins Kino mitgenommen. Damals war ich 11.

Welchen Film schauen Sie immer wieder?

Immer den, den ich gerade fertig mache. Fehler suchen, solange es geht. Und auch wenn es eigentlich nicht mehr geht. Nach den ersten Vorführungen werden die Mischung und das Grading nachjustiert; das ist mittlerweile Standard, weil die echte Kinowelt nie der Studio­umgebung entspricht.

Welche Fernsehserie verfolgen Sie gerade?

Unsere Tochter schaut manchmal gerne KiKA. Öffentlich-rechtliches Kinderfernsehen ohne Werbung oder Influencer, das ist die letzte Existenzberechtigung unseres Fernsehgerätes. Und auch das hat ein Ablaufdatum. Ich verwende den Fernseher sonst nie und halte mich von Serien fern, weil es mir um die Zeit leidtäte.

Welcher Film hat Sie zuletzt beeindruckt?

»Depth Two« von Ognjen Glavonic ist in seiner stringenten Einfachheit ein formal wie inhaltlich umwerfender­ Film, der uns wie kein anderer vor Augen führt, wie dünn das Eis ist, auf dem wir uns als Zivilisation bewegen.

Ein Film, auf den Sie sich freuen . . .

Eigentlich freue ich mich immer auf filmfreie Zeitfenster.

Ihr/e Lieblingsschauspieler/schauspielerin?

Meine ProtagonistInnen. Die spielen sich ja irgendwie selbst. Die reine Fiktion ist nicht so sehr meins.

Wer oder was ist unterschätzt?

Das Publikum.

Ein Lieblingsfilm, der ein bisschen peinlich ist?

»The New World« von Terrence Malick. Ist nicht peinlich, aber schon ein bisschen kitschig.

Was sammeln Sie?

Zu viel.

Ihr Lebensmotto? Oder Lieblingszitat?

Das Leben ist gut, aber anstrengend.

Der beste Platz im Kino?

Mittlere Reihe mittig. Der sweet spot, wo im Studio der Mischmeister sitzt. Dort klingt ein surround­gemischter Film einigermaßen so, wie er klingen soll.

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