Kritik zu Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us

© 20th Century Fox

2017
Original-Titel: 
The Mountain Between Us
Filmstart in Deutschland: 
07.12.2017
Sch: 
L: 
112 Min
FSK: 
12

Kate Winslet und Idris Elba kommen sich im Überlebenskampf nach einem Flugzeug­absturz in einer abgelegenen Berglandschaft näher

Bewertung: 3
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Einer jener heftigen Stürme, die es derzeit immer häufiger gibt, sorgt dafür, dass der Flugverkehr in Idaho zum Erliegen kommt. Während die meisten Passagiere sich mehr oder weniger murrend mit der Verzögerung arrangieren, steht für Alex (Kate Winslet) und Ben (Idris Elba) mehr auf dem Spiel: Sie will am nächsten Tag heiraten, er als Neurochirurg das Leben eines Menschen retten. »Es sieht so aus, als hätten wir dasselbe Problem«, konstatiert sie und schlägt vor, gemeinsam ein kleines Flugzeug mit einem unerschrockenen Piloten (Beau Bridges) zu chartern.

Alternative Reisezweckgemeinschaften erweisen sich im Kino meist als tückisch, was dann wahlweise in einer aberwitzigen Komödie der Irrungen und Wirrungen münden kann, oder aber, so wie hier, in einem harschen Überlebensdrama. Gerade als der Pilot mit ausgreifender Geste eine Bemerkung über die endlose Weite der abgeschiedenen Berglandschaften macht, die sie gerade überfliegen, erliegt er in luftiger Höhe einem Schlaganfall. Als Glück im Unglück erweist sich, dass die Bruchlandung von den Schneemassen abgefedert wird, was andererseits im weiteren Verlauf die Überlebensbedingungen drastisch verschärft. Wiederum hilfreich ist dagegen, dass Ben nicht nur ein ebenso anpackender wie improvisationsfähiger Mann ist, der aus den Trümmern eines Flugzeugs einen Schutzraum gegen Kälte und Wildtiere bauen kann, sondern dazu noch ein Arzt, der geübt darin ist, Verletzungen fachmännisch zu versorgen. Als nach den ersten Tagen des Überlebens die Hoffnung auf Rettung schwindet, beginnen die beiden, sich einen Weg ins Tal zu bahnen, zu einem See, dessen Eisfläche nachgibt, und zu einer Hütte, die provisorischen Schutz bietet.

Nachdem der palästinensische Regisseur Hany Abu-Assad in »Paradise Now« und »Ein Lied für Nour« die politischen Spannungen seiner Heimat thematisiert hat, bewegt er sich mit seiner Verfilmung eines Romans von Charles Martin erstmals auf politisch neutralem Boden. Während sich Flugabsturzdramen in der Regel auf den Kampf gegen Hunger, Durst, Schmerz und das Ringen mit wilden Tieren und Elementen beschränken, stellt dieser Film nach der Rettung die durchaus interessante, aber auch ein wenig abgehängt wirkende Frage, wie das Leben nach einer so einschneidenden Erfahrung weitergeht, womit im Grunde eine ganze Fernsehserie beginnen könnte. Es geht darum, wie sich die Perspektive aufs eigene Leben verändert und manche Kompromisse obsolet werden. Die Verlagerung vom existenziellen Kampf des Menschen gegen die Natur zu einer zarten Romanze unter extremen Bedingungen bis zur anschließenden Lebensrevision wirft den Film jedoch aus der Balance. Diesem Missverhältnis zum Trotz bezieht »Zwischen zwei Leben – The Mountain Between Us« aber auch viel Kraft aus der harschen Schönheit der kanadischen Natur und aus dem Charisma seiner beiden Hauptdarsteller, denen man auch durch dramaturgische Stromschnellen gerne folgt.

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