Kritik zu Der Klang der Stradivari

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Regisseur Grégory Magne hat keine Hommage an das berühmte Musikinstrument gedreht, sondern einen Film über das Zusammenfinden eines Streichquartetts.

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Es beginnt mit einem Glücksmoment. Astrid hat die vierte Stradivari gefunden, ein Cello, und kann nun den Traum ihres verstorbenen Vaters wahr machen und ein eigens zu diesem Zweck komponiertes Streichquartett zur Aufführung bringen. Die Musiker sind bereits ausgewählt und lassen sich von den berühmten Instrumenten verführen. Doch was dann in dem noblen französischen Herrenhaus passiert, lässt die Anfangsprobleme, das Instrument weit über dem Preis zu ersteigern, klein aussehen. Keiner kennt das Stück, kaum einer den Komponisten, jeder hat eine eigene Interpretation im Kopf und es fehlt an der Bereitschaft, einander zuzuhören. Dazu kommt, dass zwei der Musiker mal die Hälfte eines Streichquartettes und ein ganzes Paar waren und sich darüber nie ausgesprochen haben.

Die Extravaganz virtuoser Künstler ist ein brauchbares Klischee für eine Komödie, aber Regisseur Grégory Magne will mehr. Er will zeigen, dass es nicht reicht, vier große Talente auf eine Bühne zu schubsen, sondern dass alle, wie es im Film heißt, »etwas falsch spielen müssen«, damit wahre Kunst entsteht. Denn das Kunstwerk ist definitiv größer als sein Interpret, ja sogar als sein Schöpfer. Um die Streitigkeiten zu schlichten, bittet Astrid den Komponisten, dazuzukommen. Doch der kann mit seiner eigenen dreißig Jahre alten Komposition nichts mehr anfangen. Der Tag der Aufzeichnung in einer alten Kirche rückt näher, und das Projekt droht zu scheitern. Da passiert eine Reihe kleinerer Unfälle, und plötzlich finden sich alle sechs bei Kerzenschein und Kaminfeuer wieder und schrammeln einen alten Folksong. Schräg, whiskyseelig, jenseits der Harmonie, aber beseelt und voller Humor. Und plötzlich sind sie ein Quartett. Der Film heißt im Original »Les Musiciens«, weil es eben keine Verbeugung vor dem mythisch gewordenen Klang der Stradivari ist, sondern eine kleine Lektion für alle, die sich im Geist der Musik zusammenfinden. So, wie es der Komponist sagt: Ich habe angefangen, Musik zu machen, weil ich von der Sprache so genervt war.

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