Kritik zu Becoming Kim

© Eksystent Filmverleih

2026
Original-Titel: 
Becoming Kim
Filmstart in Deutschland: 
27.08.2026
L: 
89 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Die Leipziger Dokumentarfilmregisseurin Susanne Kim richtet die Kamera auf ihr eigenes Leben und stellt ihre Ehe mit einem Koreaner auf den Prüfstand.

Bewertung: 2
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Chicken koreanisch ist in Deutschland gerade im Trend. In diesem Dokumentarfilm über eine deutschkoreanische Beziehung dient das Hähnchen Regisseurin Susanne Kim doppelt als Symbolbild und Motiv (im Sinn von Hitchcocks McGuffin): einmal als voluminöses Kostümbild einer Serie strukturierender Performances. Dann nennt sie gleich in der fünften Filmminute die Eröffnung eines Broilergrills durch ihren koreanischen Ehemann Jeong Rae und seine Mutter in deren Heimat den konkreten Anlass für dieses Filmprojekt über die eigene Familie. Und stellt eine Scheidungsdrohung in den Raum.

Der Imbiss ist die letzte von vielen unterschiedlichen – allesamt wenig erfolgreichen – Ideen Jeongs zum Gelderwerb, die vom Erfolgsroman bis zum Bogenschießen reichen, aber immer fern der jungen Familie in Südkorea stattfinden: Gerade mal die Hälfte der bisherigen Ehejahre hat er mit Ehefrau und Tochter in Leipzig verbracht. So taucht beim Zuschauen bald die Frage auf, ob das Paar nicht besser vor der Heirat Zukunftspläne geklärt hätte. Vom Film her gedacht: Warum reduziert Kim eine offensichtlich zentrale Phase ihres Lebens im Kommentar auf die kurze Bemerkung, dass sie ihre Schwangerschaft als »Zeichen an die Welt« sah? Und erzählt/erklärt nicht, warum sie sich dann (wie wir in retrospektiven Filmschnipseln sehen) zu einer traditionellen Heirat in fremder Sprache in einem patriarchalen Land entschied?

»Erst viel später dachte ich darüber nach, dass ich in dem Moment eine ganze Familie mit Geschichte geheiratet hatte «, heißt es dazu lakonisch im Kommentar. Später werden etwas konkreter auch dunkle Momente dieser dennoch bis zuletzt undeutlich bleibenden Familiengeschichte angesprochen. Lange braucht es auch, bis mit dem ersten Besuch von Jeong Raes Mutter in Deutschland auch die Perspektive des Ehemannes samt dessen Fremdheits- und Rassismuserfahrungen deutlicher gemacht wird. Es bleibt ein bildstarker, oft verzweifelter und auch humorvoller Film mit einem blinden Fleck im sonst nicht wortarmen persönlichen Kommentar.

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