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Filmpremiere „Das fast normale Leben“ – warum wir genauer hinschauen müssen!
Nach der Premiere des Dokumentarfilms „Das fast normale Leben“ am 13.01.2026 in Stuttgart hat mich die Rückmeldung eines Vereinsmitglieds des Careleaver e.V. erreicht, die den Film vor Ort gesehen, das anschließende Gespräch verfolgt und ein Gedächtnisprotokoll erstellt hat. Ihre Beobachtungen werfen aus meiner Sicht – als Professorin für Soziale Arbeit und Vereinsmitglied sowohl des Careleaver e.V. als auch K.I.N.D. e.V. – zentrale fachliche Fragen auf.
Der Film zeigt reale Kinder und Jugendliche in hochbelasteten, emotionalen Ausnahmesituationen: Trennungsszenen, weinende Kinder, Hilfeplangespräche. Orte, Einrichtungen und Lebensumfelder sind dabei weitgehend erkennbar. Einzelne Kinder werden über längere Strecken fast ausschließlich in Krisensituationen gezeigt. Eine fachliche Einordnung oder Kommentierung des Gezeigten erfolgt nicht.
Besonders kritisch ist die Frage der Zustimmung:
Was bedeutet Einwilligung unter strukturellen Abhängigkeitsverhältnissen?
Und wer trägt die Verantwortung dafür, dass Schutz, Folgenabschätzung und Kinderrechte ausreichend berücksichtigt werden?
Der Film wird als „Diskussionsmaterial“ präsentiert – bleibt dabei aber unkommentiert. Zuschreibungen gegenüber Kindern stehen für sich. In der anschließenden Diskussion wurden kritische Nachfragen laut Bericht kaum aufgegriffen.
Nicht alles, was real ist, darf öffentlich gezeigt werden. Und nicht jede Provokation ist automatisch Aufklärung.
Gerade bei der Darstellung von Kindern in der Jugendhilfe braucht es klare ethische Standards, fachliche Rahmung und konsequenten Kinderschutz.
Diese Debatte sollten wir führen – sachlich, offen und im Interesse der Kinder.

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