Aktuelles
05.04.2026
Ab 9. April erstmals auf der großen Leinwand: Barbara Lodens einziger Spielfilm ist ein Juwel des 70er-Jahre-Kinos.
23.03.2026
Julia Ducournau, 1983 in Paris geboren, ist eine französische Regisseurin und Drehbuchautorin. 2016 gab sie mit »Raw« ihr Spielfilmdebüt, 2021 gewann sie mit »Titane« die Goldene Palme von Cannes. Ihr Stil zeichnet sich durch eine eigentümliche Mischung aus Body-Horror und Arthouse-Drama aus.
28.02.2026
Kristen Stewart über ihren Regie-Erstling »The Chronology of Water«: ein radikal persönlicher Film über weibliche Selbstermächtigung, künstlerische Autonomie – und das Ringen um eine eigene, unverstellte Stimme.





MÖLLNER Briefe
„Die Möllner Briefe“ ist kein gewöhnlicher Dokumentarfilm – es ist eine kraftvolle, tief bewegende filmische Intervention gegen das Vergessen. Regisseurin Ceylan Yildirim gelingt ein stiller Aufschrei, der lange nachhallt: gegen rassistische Gewalt, gegen institutionelles Schweigen – und für Erinnerung, Verantwortung und Widerstand.
Im Zentrum steht Ibrahim Arslan, Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992. In sehr persönlichen Briefen, gerichtet an seine ermordeten Familienmitglieder, spricht er aus, was sonst selten Platz findet: Trauer, Wut, Liebe – und die unerträgliche Leerstelle, die eine ganze Gesellschaft hinterlassen hat.
Die Erzählweise ist radikal subjektiv und gerade deshalb universell. Es geht nicht nur um Mölln, sondern um eine Struktur – um das System, das Rassismus reproduziert, legitimiert, verharmlost. Die visuelle Sprache des Films ist zurückhaltend, fast poetisch – und genau darin liegt ihre politische Wucht.