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Danke für die Rezension. Für mich hat es so gewirkt, als sei das Kind von Anfang an ein Soziopath, empathielos und böse. Die Mutter geht immer wieder auf ihn zu, immer vergeblich bis auf ein Mal (die Vorleseszene), wo der Zuseher raten darf, warum. Sie hat wirklich ihr Bestes getan, aber es brachte eben nichts. Und zu seinem Vater, der immer lieb zu dem Jungen war und den er anscheinend liebte, hatte er offenbar null Bindung. Also kein bisschen Empathie vorhanden. Ich weiß nicht, ob es so jemanden (der so aufwächst) gibt, ich hoffe nicht. Am Ende des Films umarmt die Mutter den inzwischen Inhaftierten knapp Achtzehnjährigen, und man darf wieder rätseln, ob das Liebe oder Rache ist. Im echten Leben wäre das ein absoluter Alptraum und ich kann als Mutter sagen, dass ich spätestens an der Stelle, wo seine Schwester durch ihn ein Auge verliert, meinen Koffer und das Mädchen geschnappt und weggegangen wäre. Das hätte der Mutterinstinkt einfach gefordert. Vorher hätte ich intensiv nach Hilfe für den Jungen gesucht, auch bei einem Jugendpsychiater. Wenn man während des Films darüber nachdenken könnte, würde man merken, dass die Story also unglaubwürdig ist, aber weil der Film bildgewaltig (Kostüme, Sets), spannend, gut geschnitten etc. ist und die Darsteller allesamt brillant spielen, bemerkt man das erstmal nicht und er erreicht direkt tief sitzende Ängste. Das grelle Rot überall zu entdecken (nach der verstörenden Tomatenszene am Anfang) hat bei mir direkt Ekel erzeugt und sowieso "Gefahr" suggeriert. Obwohl mir klar war, warum es eingesetzt wurde, hat es trotzdem funktioniert. – Jedenfalls möchte ich dem Artikel widersprechen, ich finde nicht, dass es zeigt, dass durch Ablehnung ein Mörder aufgezogen wurde. Dann wäre ja wieder (wie immer) die Mutter schuld :-)

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