Wieder im Kino: »Abgeschminkt!« (1993)

»Abgeschminkt« (1993). © Croco Filmverleih

»Abgeschminkt« (1993). © Croco Filmverleih

Miese Dates, tolle Freundinnenschaft: Katja von Garniers Publikumshit von 1993

Wer »Abgeschminkt!« heute zum ersten Mal sieht, reist für 55 Minuten zurück in die 1990er und fast in ein Paralleluniversum (sagt eine Person, die jetzt ungefähr im Alter der damaligen Protagonistinnen ist). Telefonkabel spielen eine tragende Rolle, bei schweren Gedanken wird die Zigarette aus dem Softpack gezogen, Kondome mit Geschmack sind im Trend (Kümmel?!). Katja Riemann schlurft als Comiczeichnerin Frenzy durch eine Wohnung, die 1993 schäbig wirken sollte und 2026 als Künstler*innenresidenz für vierstellige Kaltmiete angeboten würde. Dazwischen wird viel über Männer geredet, über missglückte Rendezvous, schlechten Sex (beides bekommen wir mehrmals zu sehen) und die Unsicherheiten des jungen Erwachsenendaseins. Dazu gehören eigenartige Körperbilder, die – sehr 90s – oft zum Gagmaterial verkommen.

Aber 1993 ragte der Film durch seine junge, weibliche Unverkrampftheit heraus und diese enorme Lässigkeit funktioniert noch heute. Die Freundinnen Frenzy und Maischa hängen zusammen ab, frühstücken im Bett, teilen ihre Sorgen, ohne dass daraus sofort ein Drama wird. Alles sehr entspannt. Abgesehen von ihren Männergeschichten scheinen sie keine größeren Probleme zu haben, was erfrischend ist. Das Besondere ist die Intimität dieser Frauenfreundschaft – eigentlich könnte man ihnen einfach nur beim Herumlungern und Quatschen zusehen. Die romantische Liebe bräuchte es gar nicht.

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