Bérénice Bejo

Als Schauspieler/in:

Jan Zabeil zeichnet die Konflikte und Kämpfe innerhalb einer Patchwork-Familie zwar psychologisch sehr genau nach. Aber er überlädt das brillant gespielte und inszenierte Drama »Drei Zinnen« auch und sabotiert so selbst seinen psychologischen Realismus
Der Titel »Träum was Schönes« zitiert die letzten Worte, die Massimos Mutter vor ihrem Tod an ihren Sohn richtet. Auch als Erwachsener (großartig zerrissen gespielt von Valerio Mastandrea) hat er den Verlust noch nicht verwunden. Marco Bellocchio schildert sein Leben im Schwebezustand: mit zaghafter Zuversicht und Empathie für seinen unerlösten Schmerz
Mit dem Ende der Liebe hören die Gefühle nicht auf: Joachim Lafosse inszeniert in »Die Ökonomie der Liebe« die Elegie einer Trennung und weigert sich konsequent, Partei für nur eine Figur zu ergreifen
In dem Nachfolger von »Nader und Simin – Eine Trennung« erweist sich der iranische Regisseur Asghar Farhadi erneut als ein Meister des empathischen Blicks. Die diversen, reichlich verwickelten Konflikte innerhalb zweier Familien setzt er mit einem exzellentem Darstellerensemble in Szene
Rose, eine junge Frau aus der tiefsten französischen Provinz, träumt von der großen Welt und erobert dank ihrer Schnelltippkünste nicht nur sie, sondern auch gleich noch das Herz ihres Chefs. Der Film ähnelt den Komödien mit Rock Hudson und Doris Day der 50er und 60er Jahre auf geradezu verblüffende Weise. Nur fehlt ihm deren doppelter Boden
Michel Hazanavicius erzählt vom tiefen Fall eines Stummfilmstars, mit umwerfenden Darstellern und (fast) ganz ohne Geräusche und Dialoge. Ein faszinierendes kinematografisches Experiment – der beste Stummfilm seit der Umstellung auf den Ton