Filmkritiken

Woche vom 01.12.2016

24.11.2016
Bewertung: 4
In einem Zug von Seoul nach Busan bricht die Zombie-Epidemie aus: Der koreanische Regisseur Sang-ho Yeon lässt archetypische Helden ums Überleben in widrigsten Umständen kämpfen und nutzt dabei die ungewöhnliche Location eines fahrenden Zugs mit Wagon-Struktur in einfallsreichster Weise, um für Spannung und überraschende Wendungen zu sorgen. Als Parabel auf die Ellbogengesellschaft des Neoliberalismus übt »Train to Busan« Zurückhaltung in Sachen expliziter Gewalt und Horror und versieht das Genre mit einer kräftigen Dosis Humanismus
25.11.2016
Bewertung: 4
Hany Abu-Assads Film »Ein Lied für Nour« zeichnet die Karriere von Mohammed Assaf nach, der 2013 die Castingshow »Arab Idol« gewonnen hat. Innere Zustände sind dem Film wichtiger als Heldenglamour und Siegerposen
25.11.2016
Bewertung: 3
Vor dem Hintergrund von 9/11: ein Paar in der Krise. Florian Hoffmeisters Romanverfilmung »Die Habenichtse« ist nicht immer rund, aber visuell faszinierend
25.11.2016
Bewertung: 3
In dem umsichtig-gediegenen Biopic »Marie Curie« erzählt Regisseurin Marie Noëlle das Leben der zweimaligen Nobelpreisträgerin, ohne sie allzu sehr ins Korsett eines stickigen Kostümfilms zu stecken
25.11.2016
Bewertung: 3
Thematisch reizvolles, dramaturgisch und schauspielerisch nur bedingt überzeugendes Protokoll eines inneren Niedergangs: Florian Eichinger erzählt in »Die Hände meiner Mutter« von den Spätfolgen des Missbrauchs eines kleinen Jungen durch seine Mutter
25.11.2016
Bewertung: 2
Das sogenannte Wunder auf dem Hudson wird in Clint Eastwoods Verfilmung »Sully« zur ur­amerikanischen Geschichte eines Helden, der sich gegen Bürokraten durchsetzen muss, vom Volk aber gleich erkannt wird. Auch Tom Hanks kann da nur wenige Nuancen dazutun
25.11.2016
Bewertung: 5
Ein fast vergessenes Meisterwerk der tschechischen Neuen Welle der 60er Jahre: In wuchtigen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt František Vláčil in »Marketa Lazarová« von der blutigen Fehde zweier Räuberclans im Mittelalter. Erzählerisch komplex und fordernd, beeindruckt das Werk mit seinem experimentellen, zwischen derbem Naturalismus und Poesie changierenden Stil. Eine halluzinatorische Winterreise in eine ferne Zeit
25.11.2016
Bewertung: 3
Der Film »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt« erzählt eine komplett andere Story als das Buch, nicht das klassische Reiseabenteuer, sondern temporeiche Action. Nicht so warmherzig – macht aber trotzdem Spaß beim Mitfiebern