Barbara Schweizerhof

Filmkritiken von Barbara Schweizerhof

Grobhumorkomödien sind per Ankündigung nicht subtil, aber der mit Amy Schumer und Goldie Hawn so vielversprechend besetzte »Mädelstrip« verdirbt sich seine guten Einfälle durch schlechtes Timing und allzu bequem erdachte Lateinamerikaklischees
Inspiriert von Max Frisch reflektiert Volker Schlöndorff in »Rückkehr nach Montauk« unsentimental, uneitel und offen über die Missverständnisse der Liebe und des Erinnerns
Fernando Muracas Film »Das Land der Heiligen« setzt die Frauen der kalabrischen 'Ndrangheta ins Zentrum und entwickelt daraus ein feines Drama über die Zwänge ihres Lebens
Die Dokumentation über drei Referendare folgt dem üblichen Muster der Langzeitbeobachtung und regt an, über die Lehrerausbildung in Deutschland nachzudenken: »Zwischen den Stühlen«
Auch in Sequel Nummer 8 gibt es noch Straßenrennenszenen, die überzeugen. Aber so ganz stimmt in »Fast & Furious 8« ohne Paul Walker die Mischung nicht mehr unter Dom und seinen Leuten
Mira Nair verfilmt in »Queen of Katwe« die wahre Geschichte eines Mädchens aus den Slums von Uganda, das zum Schachwunderkind aufsteigt, mit sympathischem Lokalkolorit
Raoul Peck bringt in seinem Essayfilm »I Am Not Your Negro« den vor 30 Jahren verstorbenen afroamerikanischen Intellektuellen James Baldwin zum Sprechen – mit all seiner Gedankenschärfe, seinen ungefälligen Analysen und auch seiner Bitterkeit
Der neu angekommene kleine Bruder lässt alle nach seiner Pfeife tanzen: Die Originalität einer Neuinterpretation der Geschwisterrivalität versandet im neuen Dreamworks-Animationsfilm »The Boss Baby« leider etwas im allzu wirren Plot und der gewollt rasanten Action
Ein Loser verguckt sich in ein hippes Model – wenn der Film nicht in Saudi-Arabien spielen würde, wäre es eine »romantic comedy«, so aber ist Mahmoud Sabbaghs Debütfilm »Barakah Meets Barakah« eine liebevolle Groteske über eine Verbotsgesellschaft ohne öffentlichen Raum
Danny Boyle meint es ernst mit seinem Sequel »T2 Trainspotting«. Nicht als kommerzielles Projekt, um an den Kassenerfolg von 1996 anzuknüpfen, sondern als Anlass, um voll Neugier und Mitgefühl nachzuschauen, wie seine Helden von damals mit dem Verlust von Jugend, Energie und Möglichkeiten fertigwerden

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Thema
. . . und diesmal mitten im Sommer: Am Sonntag, dem 16. Juli 2017, startet die siebte Staffel der HBO-Serie »Game of Thrones«. Auf das endgültige Finale müssen die Fans noch mindestens ein Jahr warten – bis dahin bleiben viele Fragen offen. Einige beantwortet Ihnen Barbara Schweizerhof
Tipp
Rot steht für Fruchtbarkeit und Gewalt: Volker Schlöndorff hat Margaret Atwoods dystopischen Roman bereits 1990 als »Die Geschichte der Dienerin« verfilmt. Nun zeigt sich, dass der Stoff sehr viel besser zur Serie taugt
Blogeintrag
Das Filmfest von Cannes ging zu Ende mit einer Goldene Palme für »The Square« aus Schweden, einem Schauspielerpreis für Diane Kruger in ihrem ersten deutschen Film und mit dem erst zweiten Regie-Preis für eine Frau in der Geschichte des Festivals
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Das 70. Filmfestival in Cannes kommt zum Ende: Fatih Akin spaltet mit seinem neuen Werk »Aus dem Nichts« das Publikum und schließt damit einen Jahrgang der zwiespältig aufgenommen Filme ab
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Das Filmfestival in Cannes zeigt mit einer Schweigeminute Solidarität für die Opfer des Manchester-Attentats. Ansonsten folgt es dem Motto »the show must go on«: In gleich zwei Filmen spielen sich Nicole Kidman und Colin Farrell an die Wand
Blogeintrag
Michael Haneke stellte seinen neuen Film »Happy End« in Cannes vor, mit dem er als erster Regisseur die dritte Goldene Palme bekommen könnte. Die »Meyerowitz Stories« des Amerikaners Noah Baumbach liefern den perfekten Kontrast dazu
Blogeintrag
Das 70. Filmfestival in Cannes nimmt Fahrt auf mit Filmen über historische und zukünftige Protestbewegungen, über Jean-Luc Godard und einem bissigen, kleinen Film aus Schweden, der den bislang besten Kommentar zu Trump und seinen Folgen liefert
Blogeintrag
Die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach feiert mit »Western« einen ersten Erfolg in Cannes, während der Wettbewerb mit ersten Enttäuschungen und einem ersten Palmen-Kandidaten aufwartet
Blogeintrag
Zum Filmfestivalauftakt streiten sich in Cannes die Juroren über die Bedeutung von Netflix für das Kino. Der Eröffnungsfilm enttäuscht und Vanessa Redgrace zeigt als Regiedebüt ein Plädoyer dafür, Flüchtlingen zu helfen