Ulrich Sonnenschein

Filmkritiken von Ulrich Sonnenschein

»Silvana« ist ein impressionistischer Dokumentarfilm, der sehr nah an der Protagonistin, der schwedischen Rapperin Silvana bleibt. Er zeigt ihre Musik, ihre Wut und ihre Lebensbedingungen, erklärt aber wenig. In der Flut der Bilder und Szenen droht die politische Botschaft, die Silvana selbst immer wieder betont, unterzugehen
Die kunstvolle Dokumentation »Welcome to Sodom« begibt sich auf den Friedhof der Elektrogeräte des reichen Europa. Sie zeigt, wo die ausgedienten Handys, Fernseher, Stereoanlagen und Computer landen
Kleiner, improvisierter Film, der das Genre Heimatfilm neu belebt und politisch unterfüttert. Vielleicht nimmt er sich zwischen Homosexualität, kirchlicher Intoleranz und Flüchtlingsproblematik etwas zu viel vor: »Landrauschen«
Ein kleiner amüsanter Film über das Lebensmotto der Iren: Hilf dir selbst, sonst hilft dir niemand. Grandios besetzt bis in die Nebenrollen, ist dieser Film über Fleisch, Familie und Glauben in jeder Hinsicht halal: »Halaleluja – Iren sind menschlich!«
Film über die Gründerin von »medica mondiale« und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, die sich seit 25 Jahren als Frauenärztin für Opfer sexualisierter Gewalt einsetzt
Polanski kehrt in »Nach einer wahren Geschichte« motivisch zu seinen Anfängen zurück. Bedrängnis und Zweifel an der Wirklichkeit durchziehen die Geschichte einer Erfolgsautorin mit Schreibhemmung
Ein Film über die gegenwärtige Krise in Griechenland und über eine große Musiktradition, den Rembetiko. Beides verbindet Regisseur Gatlif in »Djam« zu einer Klage, die an vielen Stellen etwas zu abstrakt bleibt
Dokumentarfilm über Flüchtende: Auf der Suche nach den Gesichtern hinter der Statistik verliert Regisseur Hank Levine sein eigentliches Ziel in »Exodus – Der weite Weg« etwas aus den Augen
Dokumentarfilm über ein grauenhaftes Detail der Weltgeschichte. In dem kleinem Ort Demmin in Mecklenburg nehmen sich 1945, kurz vor Kriegsende, Hunderte von Menschen das Leben. Sie folgten einer falschen Ideologie. Doch dieselbe Ideologie lebt heute noch in dem Ort, wo diese Tragödie für politische Ziele instrumentalisiert wird
Erstaunlich einfacher Dokumentarfilm, der fast nur aus Statements besteht und tatsächlich etwas zu sagen hat. Über Liebe und Leidenschaft, Familie, Trennung und die Schwierigkeit, darüber zu reden. Von der Unzuverlässigkeit der Erinnerung ganz zu schweigen

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Dass alle deutschen Film leer ausgingen, ist nicht nur erstaunlich, es ist grundfalsch. Christian Petzolds »Transit« ist überaus gelungen und Thomas Stubers »In den Gängen«, der in einem Großmarkt spielt, tatsächlich innovativ
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Mit »Eldorado« hat der Schweizer Filmemacher Markus Imhoof einen Dokumentarfilm über das Leid der Flüchtlinge in Italien im Wettbewerb zeigen können
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Kein Fim der diesjährigen Berlinale, und kaum einer überhaupt, hat so zwiespältige Reaktionen hervorgerufen, wie Eric Poppes Drama »Utøya 22. juli«
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Lav Diaz' philippinisches Bürgerkriegs-Musical »In Zeiten des Teufels«
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Über die Schriftstellerfiguren in den Wettbewerbsfilmen »Transit«, »Eva« und »Dovlatov«
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Lance Daly mischt in »Black 47« wohlgekannte Western-Mythen, inszeniert ihn mit klaren Anspielungen, bleibt dabei aber seinem Thema treu
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Diktatorische Katzenliebhaber und Hundehasser, verliebte Vierbeiner und ein fast sprachloser japanischer Junge
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Über die Stunden vor der Berlinale und den Eröffnungsfilm von Wes Anderson
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Dass Weltbestseller wie »Cloud Atlas« oder »Der Medicus« unter deutscher Federführung verfilmt werden, kommt eher selten vor. Im Trend liegt bei uns aber die deutsche Gegenwartsliteratur – in diesem Monat etwa »In Zeiten des abnehmenden Lichts«. Ulrich Sonnenschein über Romane, Filme und wie sie zusammenfinden
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Unsere "steile These" des Monats April