Martin Schwickert

Filmkritiken von Martin Schwickert

In dem typischen Midlife-Crisis-Film »Der Hund begraben«, der die Ersetzbarkeitsängste seines bürgerlichen Antihelden thematisiert, hält sich Sebastian Stern an abgegriffenen Mittelklasseklischees und einem wenig subtilen Plot fest
Enttäuschendes Sequel zur Bestsellerverfilmung »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«. Die fehlende Romanvorlage für die Fortsetzung erklärt, aber entschuldigt nicht die mangelnde Substanz des Drehbuches, das hektisch Ort und Zeitebenen wechselt und dabei zunehmend seine originelle Hauptfigur aus dem Blick verliert
Gore Verbinskis Mystery-Thriller »A Cure for Wellness« ist weder mysteriös noch spannend. Die deutsch-amerikanische Ko-Produktion sieht zwar nett aus, doch der recht simple Plot und die unfassbaren Längen, in denen er überoffensichtlich erzählt wird, rechtfertigen die zweieinhalb Stunden Laufzeit gar nicht
Der fünfjährige Saroo wird durch einen Zufall von seiner Familie getrennt, schließlich adoptiert ihn ein australisches Paar. Erwachsen macht der Inder sich mit Hilfe von Google Earth auf die Suche nach seiner Vergangenheit und seiner Familie. Beruhend auf einer wahren Begebenheit, berührt das Adoptionsdrama »Lion« mehrere emotionale Themenkomplexe unter vollem Einbezug melodramatischer Mechanismen
John Krasinskis Familienkomödie »Die Hollars« zeigt ein potentiell interessantes Beziehungsgeflecht um das Krankenbett einer sterbenden Mutter, entwickelt seine Komik dann aber allzu oberflächlich und unglaubwürdig
James McAvoy beweist sich zwar als wahrhafter Verwandlungskünstler, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Regisseur M. Night Shyamalan mit dem spirituell angehauchten Horrorthriller »Split« nur unterambitionierte Genreroutine abliefert
»Verborgene Schönheit« ist filmische Seelenheilkunde von aufdringlicher Natur und bescheidener Güte, die selbst das ausgezeichnet spielende Ensemble um Will Smith nicht retten kann
Simon Verhoevens Komödie »Willkommen bei den Hartmanns« spürt mit schnellen Pointen und einer Prise politisch-inkorrektem Humor die komischen Dissonanzen zwischen Mitgefühl und kultureller Ignoranz in der bundesdeutschen Willkommenskultur auf
Vincent Garenq gelingt es nicht immer das dreißig Jahre währende deutsch-französische Justizdrama »Im Namen meiner Tochter« um den Tod von Kalinka Bamberski in eine schlüssige und spannende Erzählform zu kanalisieren
Die Fortsetzung der Multi-Kulti-Komödie »Maria, ihm schmeckt's nicht« – »Antonio, ihm schmeckt's nicht!« entfaltet ihr fantasiereduziertes Grundsetting als schleppende Nummernrevue, die hundert Prozent überraschungsfrei durch die Straßen New Yorks stolpert

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