Georg Seeßlen

Filmkritiken von Georg Seeßlen

Der Untergang einer Bauunternehmersfamilie, von Michael Haneke als raffiniertes Spiel mit Verweisen aufs eigene Werk inszeniert: »Happy End« ist unerbittlich wie immer, aber farcenhaft leicht wie noch nie
Ulrich Seidl filmt Menschen, die sich in ihren Kellern ihre eigene Welt geschaffen haben. Wie immer bei Seidl heißt es für die Protagonisten, dass sie die Zuschauer, und für den Zuschauer, dass sie die Protagonisten aushalten müssen
Mit intimistischem Blick schildert Steven Soderbergh die homophobe und prüde Gesellschaft aus einem Innenraum heraus und spiegelt so einmal mehr Sex, Lügen und Bilder
Was Sie schon immer über die ruinösen Mechanismen des Bankbusiness wissen wollten: J.C. Chandors Thriller »Der große Crash – Margin Call« zeigt das verhängnisvolle Zusammenspiel von Karrieresucht, Luxus, Zynismus und Restskrupeln
Oskar Roehler wechselt in seinem Film über den Jud-Süss-Darsteller Ferdinand Marian zwischen Biografie und Sinnbild, Zeitbild und surrealistischem Phantasma und riskiert dabei etwas, was vielleicht nicht immer gelingt, aber auf jeden Fall die Auseinandersetzung lohnt
Es gibt längst härtere, komischere, genauere, kunstvollere und ekligere Zombiefilme als die des »Meisters« George A. Romero. Trotzdem ist »Survival of the Dead« viel interessanter, als der bloße Genreblick das offenbart
Für die einen sind Jarmusch-Filme unverbindliche Spielerei, Outlaw-Koketterien und späthippieske Streicheleinheiten für Selbstreferenzsüchtige. Für die anderen ist jede Einstellung aus "The Limits of Control" ein Kunstwerk, jede Dialogzeile Poesie
Im Vergleich zu Eichingers und Edels zwanzig Mal so teurem »Baader Meinhof Komplex« ganz zweifellos der interessantere Film – aber vielleicht tut ihm ein solcher Vergleich gar nicht gut. Ein kleiner Film, der seine Figuren nicht unter Action und Glamour begräbt, sondern die Erinnerung wieder öffnen will
Der Brenner ist zurück: In Wolfgang Murnbergers dritter, sehr atmosphärischer Wolf-Haas-Verfilmung »Der Knochenmann« übersetzt ein weiteres Mal Josef Hader in der Hauptrolle auf treffende Weise die Sprache der Vorlage in Gesichtsausdrücke. Als Widersacher steht ihm diesmal ein kongenialer Sepp Bierbichler gegenüber. Und mit Birgit Minichmayr eine wunderbar spröde Frauenfigur zur Seite
Alles wie gehabt: Hanekes Remake seines eigenen Films aus dem Jahr 1997 funktioniert so überraschend wie konsequent

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Ohne ihn sähe das italienische Kino alt aus. Dabei ist Nanni Moretti schon seit vierzig Jahren im Geschäft – ein linker Autorenfilmer, der einen ganz eigenen Kosmos geschaffen hat. Zum Start von »Mia Madre« porträtiert Georg Seeßlen den Regisseur und Schauspieler