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Gerhard Midding

Ist es nicht wunderbar, wie das Kino unseren Wortschatz unaufhörlich erweitert? Ohne »Die Zähmung der Bäume«, der heute Kinos anläuft, hätte es bestimmt noch Jahre gedauert, bis ich auf den Begriff „Dendrologie“ gestoßen wäre; wenn überhaupt je. In diesem Beruf hat man schließlich nur selten die Gelegenheit, sich mit Fragen der Gehölzkunde auseinanderzusetzen.

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Sogar einen eigenen Schrein hat er ihr eingerichtet. Er ist hinter einem Bildrahmen verborgen. Nur die Kamera kennt das Versteck, nur sie ist Zeuge der nächtlichen Zeremonie, wenn Alex bei seiner Heimkehr das Bild von der Wand nimmt, um den Blick freizugeben auf den eigenhändig gemalten Stadtplan von Paris.

Gerhard Midding

Es wird höchste Zeit, anzufangen. Die Darsteller brechen auf; ihr Tatendrang ist nicht zu bändigen. Sie marschieren, vom Chor angespornt, stracks in die Handlung hinein. Die Dringlichkeit ist unbezähmbar. Adam Driver schwingt sich auf sein Motorrad, er braust seinem Auftritt als Stand-up-Comedian entgegen. Marion Cotillard nimmt in einer Limousine Platz, die sie zum Opernhaus bringen wird. Man ahnt noch nichts, aber dieses Musical steuert voller Euphorie auf den Abgrund zu.

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An Ausstellungen zum 100. Geburtstag Federico Fellinis herrscht ein Jahr danach kein Mangel. Dass sie sich, bedingt durch die Pandemie, verspäten, gibt ihnen keine Unwucht. Die Neugier konnte sich unterdessen auffrischen. Der Meister selbst war bestimmt auch nicht immer pünktlich.

Gerhard Midding

Wer seit Jahrzehnten Filmreihen zusammenstellt und dann an den Punkt kommt, wo es aufzuhören gilt, könnte leicht auf die Idee kommen, sich mit einem Programm von Lieblingsfilmen zu verabschieden. Aber diese Lösung war Corinne zu knifflig und vielleicht auch zu banal.

Gerhard Midding

Die Vermählung von Film und Musik ist komplex und vielgestaltig. Mal erweist sie sich als Liebesheirat, mal als Vernunftehe, aber hoffentlich immer als eine Zugewinngemeinschaft. Filmmusik bewegt. Das Publikum begeistert sie häufig auch dann, wenn sie ein Eigenleben führt. Sie kann unabhängig vom Film funktionieren und Faszination ausüben.

Gerhard Midding

Am Wochenende zirkulierte in Gesprächen mit Freunden und KollegInnen eine Frage, die uns zurück in eine andere Welt versetzte: Was ist eigentlich aus Kenneth Branaghs Remake von »Tod auf dem Nil« geworden? Kommt er noch oder lief er schon? Die Ansichten gingen auseinander.

Gerhard Midding

Als „Das Leben ist ein Chanson“, Alain Resnais' vieldeutige Hommage an die Populärmusik, 1998 auf der Berlinale gezeigt wurde, stand der scheue Regisseur für Interviews nicht zur Verfügung. Aber seine Darsteller waren ein vollgültiger Ersatz.

Gerhard Midding

Wie nur gelangte das T-Shirt mit dem Rambo-Konterfei ausgerechnet 1989 in ein Kinderheim in Kabul? Im Jahr davor hatte er in seinem dritten Kinoabenteuer die Sowjet-Truppen in Afghanistan schließlich noch mächtig aufgemischt. Der Junge aber trägt es stolz. Schau mal, sagt er zu seinem Kameraden, ich sehe genauso aus wie er!

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Bei ihm gibt es kaum je einen Moment der Stille. Diesen Regisseur fasziniert der bunte Betrieb des Lebens. Es herrscht Geschäftigkeit, alle Welt redet durcheinander, die Einstellungen sind drangvoll, oft bis in die Tiefe des Bildraums hinein: Das Chaos muss geordnet werden.